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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Über  (len  Eliasit  von  Joachimsthal.

105

(f.  Oxygengehalt.  b.
Kieselerde  ....  5  •  13
Kohlensäure  ...  2  ■  82
Phosphorsäure  .  .  0-84
Wasser  10-G8\  14'75
Arsenik  Spur  )  und  Fluor  Spur
99-36  99-36
Bei  der  grossen  Anzahl  und  zugleich  Mannigfaltigkeit  der  Bestandtheile,
  und  bei  dem  vollkommen  amorphen  Zustande  des  Minerales ­
  kann  man  kaum  in  die  Versuchung  kommen,  eine  chemische
Formel  bilden  zu  wollen.  So  viel  ist  aus  der  Sauerstoffmenge  der
einzelnen  Bestandteile  ersichtlich,  dass  sich  Säuren  und  Basen
gegenseitig  nahezu  einfach  neutralisiren.
Die  Probe  vor  dem  Löthrohre  stimmt  nach  Vogl  nabe  mit
den  Ergebnissen  des  Urangummi  überein  und  zeigt  die  Reaction  von
Uran  und  Eisen.  Das  Mineral  ist  nach  Ragsky  durch  Salzsäure
aufschliessbar  und  braust  mit  Säuren.  Bei  100°  C.  verliert  es  5-81,
bei  300°  C.  weitere  4-77,  zusammen  obige  10  -88  pCt.  Wasser.
4.  Geschichte.  Hr.  Berggeschworner  Vogl  verglich  in
seinem  Briefe  das  neu  eingesandte  Mineral  mit  dem  Breithauptschen
  Urangummi  ')•  Er  batte  es  erst  für  eine  dunkle  Varietät  von
Urangummi  oder  Gummierz  genommen,  allein  da  sich  Unterschiede
doch  in  fast  allen  einzelnen  Eigenschaften  nachweisen  Hessen,  und
auch  schon  nach  den  vorläufigen  Untersuchungen  des  Herrn  Apothekers ­
  Hugo  Götte!  in  Karlsbad  sich  einige  Verschiedenheit  in
der  Mischung,  namentlich  durch  den  Bleigehalt  anzudeuten  schienen,
so  gab  er  dem  neuen  Minerale  den  Namen  „Eliasit”  von  dem
Fundorte,  unter  welchem  ich  es  auch  hier  der  Aufmerksamkeit  der
Mineralogen  empfehle.
Gewiss  bat  der  Eliasit  sehr  viele  Analogie  mit  jenem  Gummierz,
wenn  er  sich  auch  namentlich  dadurch  unterscheidet,  dass  er  gar
nicht  wie  Gummigutt  aussieht,  was  in  der  That  in  höchst  auflallender ­
  Weise  nach  einem  indem  hiesigen  k.  k.  Hof-Mineralien-Cabinete
aufbewahrten  Stücke  des  Gummierzes  von  Johann-Georgenstadt  der

‘)  Uranisches  Gummi-Erz  Breithaupt.  Charakteristik  S.  218.  Guttanus
gummiformis  oder  Urangummi.  Vollständiges  Handbuch  der  Mineralogie,
3,  S.  893.

4-26
14-38  2-30
            
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