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Haidinger. Eine Bemerkung über die
„möglich zu halten.” Das stimmt Alles ganz gut mit den bisherigen
zahlreichen Erfahrungen von Krystallen mit Einschlüssen von mancherlei
Art, mit Hohlräumen u.s.w.; es ist ein wahres Fortschreiten
der Krystallisation; um aber das Vorkommen einer Pseudomorphose
zu erweisen, müsste man auch anzugeben im Stande sein, dass irgend
ein früher dagewesener Krystall, mit Zurücklassung der Form, in seiner
Masse zerstört wurde, aus welcher oder statt welcher sich später
diejenige bildete, welche nun der Raum erfüllt.
Wenn ich in dem Vorhergehenden manche Bedenklichkeit ausgesprochen,
die sich auf „Ansichten” beziehen, während ich doch
die Basis, die eigentlichen Ergebnisse der Arbeiten und Forschungen
des Herrn Professors Scheerer hochschätze und als wirklich festen
Grund betrachte, so geschieht dies gewiss nur in dem Wunsche,
dass er selbst in Bezug auf pseudomorphe Bildungen mit denjenigen
Ansichten übereinstimmte, welche ich mich freue, mit so vielen
andern Freunden: Gustav Rose, Naumann, Hausmann,
Blum, Zippe, Mitscherlich und so vielen andern zu theilen.
Ein von Herrn Professor Scheerer am 16. Jänner erhaltener
freundlicher Brief, macht es mir möglich schon heute seine neuesten
Ansichten auf meine Bemerkungen mitzutheilen, welche ich nun als
Anhang zu den Zeilen beifüge, die ich schon in der vorigen Sitzung
der hochverehrten Classe, zum Vortrage bestimmte, und welche nur
durch einen Zufall auf die heutige Sitzung verschoben werden mussten.
Herr Prof. Scheerer drückt seine Freude über die durch Herrn
W. Stein, dessen Priorität in dem Vorschläge des gleichen Namens
für den gleichen Gegenstand er gerne anerkennt, gewählte Bezeichnung
Par amorph ose aus, als einen Beweis für die Naturgemässheit
derselben, und „dass sich die Idee „des Paramorphismus in vollster
Unabhängigkeit in zwei verschiedenen Köpfen entwickelt hat.”
Er schreibt ferner: „Sie haben ganz Recht, wenn Sie den Para-„morphosen
den Pseudomorphosen g egen üb er eine gewisse
„Selbstständigkeit absprechen. Innerhalb des Gebietes derPseudo-„morphosen
aberden Paramorphosen einen Platz einzuräumen, scheint
„mir allerdings wünschenswerth. Ein Krystall, welcher eine analoge
„Structur und Genesis wie ein trübgewordener Krystall des geschmolzenen
Schwefels besitzt, kann unläugbar in gewisser Beziehung
eine Pseudomorphose genannt werden; denn in jenem
„Schwefelkrystall tritt rhombischer Schwefel unter der Maske