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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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Haidinger.  Eine  Bemerkung  über  die

„möglich  zu  halten.”  Das  stimmt  Alles  ganz  gut  mit  den  bisherigen
zahlreichen  Erfahrungen  von  Krystallen  mit  Einschlüssen  von  mancherlei ­
  Art,  mit  Hohlräumen  u.s.w.;  es  ist  ein  wahres  Fortschreiten
der  Krystallisation;  um  aber  das  Vorkommen  einer  Pseudomorphose
zu  erweisen,  müsste  man  auch  anzugeben  im  Stande  sein,  dass  irgend
ein  früher  dagewesener  Krystall,  mit  Zurücklassung  der  Form,  in  seiner ­
  Masse  zerstört  wurde,  aus  welcher  oder  statt  welcher  sich  später
diejenige  bildete,  welche  nun  der  Raum  erfüllt.
Wenn  ich  in  dem  Vorhergehenden  manche  Bedenklichkeit  ausgesprochen, ­
  die  sich  auf  „Ansichten”  beziehen,  während  ich  doch
die  Basis,  die  eigentlichen  Ergebnisse  der  Arbeiten  und  Forschungen
des  Herrn  Professors  Scheerer  hochschätze  und  als  wirklich  festen
Grund  betrachte,  so  geschieht  dies  gewiss  nur  in  dem  Wunsche,
dass  er  selbst  in  Bezug  auf  pseudomorphe  Bildungen  mit  denjenigen ­
  Ansichten  übereinstimmte,  welche  ich  mich  freue,  mit  so  vielen
andern  Freunden:  Gustav  Rose,  Naumann,  Hausmann,
Blum,  Zippe,  Mitscherlich  und  so  vielen  andern  zu  theilen.
Ein  von  Herrn  Professor  Scheerer  am  16.  Jänner  erhaltener
freundlicher  Brief,  macht  es  mir  möglich  schon  heute  seine  neuesten
Ansichten  auf  meine  Bemerkungen  mitzutheilen,  welche  ich  nun  als
Anhang  zu  den  Zeilen  beifüge,  die  ich  schon  in  der  vorigen  Sitzung
der  hochverehrten  Classe,  zum  Vortrage  bestimmte,  und  welche  nur
durch  einen  Zufall  auf  die  heutige  Sitzung  verschoben  werden  mussten.
Herr  Prof.  Scheerer  drückt  seine  Freude  über  die  durch  Herrn
W.  Stein,  dessen  Priorität  in  dem  Vorschläge  des  gleichen  Namens
für  den  gleichen  Gegenstand  er  gerne  anerkennt,  gewählte  Bezeichnung
Par  amorph  ose  aus,  als  einen  Beweis  für  die  Naturgemässheit
derselben,  und  „dass  sich  die  Idee  „des  Paramorphismus  in  vollster
Unabhängigkeit  in  zwei  verschiedenen  Köpfen  entwickelt  hat.”
Er  schreibt  ferner:  „Sie  haben  ganz  Recht,  wenn  Sie  den  Para-„morphosen
  den  Pseudomorphosen  g  egen  üb  er  eine  gewisse
„Selbstständigkeit  absprechen.  Innerhalb  des  Gebietes  derPseudo-„morphosen
  aberden  Paramorphosen  einen  Platz  einzuräumen,  scheint
„mir  allerdings  wünschenswerth.  Ein  Krystall,  welcher  eine  analoge
„Structur  und  Genesis  wie  ein  trübgewordener  Krystall  des  geschmolzenen ­
  Schwefels  besitzt,  kann  unläugbar  in  gewisser  Beziehung ­
  eine  Pseudomorphose  genannt  werden;  denn  in  jenem
„Schwefelkrystall  tritt  rhombischer  Schwefel  unter  der  Maske
            
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