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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Anordnung  der  kleinsten  Theilchen  in  Krystallen.

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beigelegt  wird,  sind  wirkliche  Pseudomorphosen.  Es  ist  also  der
Ausdruck  Paramörphose  zugleich  auch  in  dem  Sinne  von  Pseudomo ­
  rpliose  gebraucht,  und  das  ist  es,  was  man  wohl  billig  fordern
kann,  dass  jedem  Ausdrucke  sein  bestimmter,  fester  Begriff  entspreche. ­
  Bis  dahin,  dass  also  ein  neueres  Erforderniss  nachgewiesen
ist,  glaube  ich  den  Ausdruck  Paramorphose,  sowohl  in  der  Bedeutung
von  Dimorphie,  als  auch  in  der  von  Pseudomorphose  als  überflüssig
betrachten  zu  dürfen.  Wenn  man  die  grosse  Zahl  von  Ausdrücken  sich
ins  Gedächtniss  ruft,  welche  für  die  letztem  vorgeschlagen  wurden,
Afterkrystalle,  Epigenien,  metamorphische  und  metamorphosische
Bildungen,  Metasomatosen,  —  ich  batte  auch  den  Ausdruck  parasitische ­
  Bildungen  angewendet,  •—  welche  alle  im  Gebrauch  gegen  das
Wort  Pseudomorphosen  nicht  aufkamen,  so  scheint  es,  dass
dieser  letztere  Ausdruck  wohl  auch  noch  manchen  andern  neuern
überdauern  wird.
In  einer  spätem  Sitzung  vom  2.  März  1852,  von  welcher  gleichfalls ­
  der  Bericht  vorliegt 1 ),  beschreibt  Herr  Prof.  Sehe  er  er  eine
besondere  Art  von  Pseudomorphosen  (Kernkrystalle).
Ich  glaube  nicht,  dass  irgend  ein  Mineraloge,  Chemiker  oder  Physiker ­
  Bildungen  dieser  Art  für  etwas  anderes,  als  eben  für  wirkliche ­
  Krysta  Ile  zu  halten  vorbereitet  sein  wird.  Krystalle  von
Bleiglanz  vom  Harz,  in  Kalkspath  eingewachsen,  und  wieder  einen
Kern  von  demselben  Kalkspath  umschliessend,  Krystalle  von  Granat
von  Arendal,  von  Vesuvian  von  Christiansand  und  andern,  in  marmorartigen ­
  Kalkspath  eingewachsen,  mit  einem  eben  solchen  Kern.
Die  Krystallflächen  gegen  aussenhin  frisch  und  glänzend;  die  Begrenzung ­
  des  Kerns  nicht  beschrieben.  Dabei  ist  doch  ungeachtet
der  eigenthiimlichen  und  wohl  einer  genauen  Beachtung  werthen
Art  der  Beschaffenheit,  von  pseudomorpher  Bildung  keine  Spur,  es
sind  einfach  Krystalle,  in  der  umgebenden  Masse  gebildet,  und  insofern ­
  gleichzeitig  mit  derselben,  aber  gleichzeitig  in  der  fortschreitenden ­
  Veränderung.  „Nach  Prof.  Scheerer’s  Ansicht ­
  von  der  Entstehung  der  Kernkrystalle,  heisst  es  daselbst,
„dürfte  dieselbe  —  wenigstens  in  gewissen  Fällen  ■—  eine  mit  der
„ihrer  Umgebung  gleichzeitige  sein;  wodurch  man  darauf  geführt
„wird,  eine  von  aussen  nach  innen  fortschreitende  KrystalliSation  für

*)  Berg-  und  hüttenmännische  Zeitung  vom  33.  Sept.  1853.
            
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