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Ilaiclinger. Eine Bemerkung über die
„mau es hier mit keiner Pseudomorphos e , sondern mit einer
„Paramorphose zu thun habe.” Diese Paramorphosen stehen aber
niclit den Pseudomorphosen entgegen, sondern müssen zu den
letzteren gezählt werden. Gewiss will ich Niemanden das Recht bestreiten
, neue Ausdrücke für längst mit Namen versehene Begriffe
vorzuschlagen, aber eben dieses Recht bleibt auch für diejenigen
übrig, welche mit der Neuerung nicht übereinstimmen, besonders
wenn diese wie es hier sich findet, ganz geeignet ist, BegrilTe mit
einander zu vermengen, die man sorgfältig gesondert halten sollte.
Es sind dies die beiden Fälle des Erscheinens:
1. Der Dimorphie, der Krystallisation einer und derselben
chemischen Materie in zwei von einander nicht ableitbaren Formen,
mit Eigenschaften der Masse, welche keinen Übergang aus dem
einen Zustande in den andern gestatten, oder mit einem Worte als
Individuen von zwei verschiedenen naturhistorischen Species.
2. Der Pseudomorph ose, der Bildung von Individuen
Einer Species, innerhalb des Raumes, der früher von einem andern
Individuum eingenommen war, denn nur darin besteht ja am Ende
das Wesen einer Pseudomorphose. Jede Pseudomorphose ist ein
Körper, der die Gestalt Eines Individuums zeigt, dessen Masse aber
durch einen natürlichen Vorgang durch andere Individuen mehr oder
weniger vollständig ersetzt ist. Form, Masse und Materie bilden
erst das Individuum. Wenn daher ein Körper die Form von
Aragon besitzt, im Innern aber eine körnige Zusammensetzung von
Kalkspathindividuen zeigt, so ist dies doch ganz gewiss eine Pseudomorphose.
Es ist nicht ein Körper von der Form des Aragons, der
von der Materie CaO C0 2 , von kohlensaurem Kalk erfüllt ist,
sondern er ist von derjenigen Masse in bereits gebildeten Individuen
erfüllt, welche wirklich Kalkspath ist, die gleiche Materie, aber mit
anderer Form und ganz andern übrigen Eigenschaften, physikalischen
Eigenschaften oder Eigenschaften der Masse.
Der Ausdruck Paramorphose, welchen Herr Professor
Schee rer vorschlägt, wird also von ihm in der That gänzlich
synonym mit den Ausdrücken dimorph, allomorph, heteromorph,
isomerisch u. s. w. angewendet, oh man ihn dafür im Laufe der Zeit
allgemein annehmen wird, möge der Zukunft überlassen bleiben. Das
Verhältniss der Dimorphie ist wirklich verschieden von dem der
Pseudomorphose. Die Gegenstände aber, welchen jener Ausdruck