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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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Haidinger.  Eine  Bemerkung  über  die

Noch  manche  andere  Fälle  sind  in  der  Natur  beobachtet  worden, ­
  wo  die  Krystalle  der  zuletzt  gebildeten  Individuen  eine  von  der
Form  der  frühem  abhängigen  Lage  angenommen  haben.  Ohne  sie
hier  genauer  zu  zergliedern,  denn  ich  beabsichiige  nicht  ein  Buch  zu
schreiben  ,  sondern  nur  einiger  merkwürdigen  Fälle  zu  erwähnen,
mögen  hier  die  Glimmertafeln  an  den  Cordierit-Pseudomorphosen
erwähnt  werden,  der  Bleiglanz  pseudomorph  nach  Pyromorphit,
der  Absatz  von  Kupferkies  an  der  Oberfläche  von  Fahlerz-  und
Blendekrystallen,  der  von  Gustav  Rose  so  schön  nachgewiesene
Amphibol  in  Augitformen  —  der  Uralit  ■—  endlich  der  so  häufig
vorkommende  Dolomit  pseudomorph  nach  Kalkspath.  In  dem  letzten
zugleich  der  Isomorphie  angehörigen  Beispiele  hat  man  es  mit
zweierlei  Grundtheilchen  zu  thun,  die  einen  aus  Kohlensäure  und
Kalkerde  CO%  und  CaO,  die  anderen  aus  Kohlensäure  2CO„  und
gleichviel  Kalkerde  CaO  und  Magnesia  MgO  aufgebaut.  Die  Kohlensäure ­
  ist  beiden  gemein,  der  Antheil  der  Base  an  Oxygen  ebenfalls;
wie  immer  nun  auch  die  Gesammtatome  construirt  werden,  so  hängt
gewiss  an  ihrer  körpernetzförmigen  Verbindung  das  Allermeiste  von
den  Theilchen  ab,  welche  den  beiden  verschiedenen  Individuen  gemein ­
  sind,  die  abweichenden  Bestandteile  werden  nur  von  dem
einen  gegen  das  andere  ersetzt.  Man  kann  sagen,  das  ähnliche  Gebäude ­
  der  Atomverbindungen  setzt  sich  fort,  während  sich  schon
Einiges  in  den  isomorphen  Grundatomen  durch  das  Hinzutreten
neuer  Elemente  ändert.
Das  Studium  der  Pseudomorphosen  ist  in  der  letzten  Zeit  vielfältig ­
  ausgedehnt  worden.  Eine  eigentümliche  Phase  desselben
wurde  durch  Herrn  Professor  Scheerer’s  Arbeiten  hervorgebracht, ­
  als  die  polymere  Isomorphie  zwischen  Wasser  und  festen
Stoffen  den  Gegenstand  seiner  höchst  interessanten  und  wichtigen ­
  Forschungen  machte,  bei  welchen  so  vieles  von  dem  als  ursprüngliche ­
  Bildung  galt,  was  andere  Forscher,  welchen  auch  ich
beipflichtete,  für  wirkliche  Pseudomorphosen,  hielten.  Als  eine  Annäherung ­
  der  Ansichten  Scheerer’s,  wenn  auch  mehr  der  That
als  dem  Namen  nach  zu  den  früher  gewöhnlichen  der  Pseudomorphose,
  glaube  ich  die  Aufstellung  der  Paramorphosen  betrachten ­
  zu  können,  in  Bezug  auf  welche  ich  ihm  selbst  die
erste  Nachricht  durch  die  freundliche  Übersendung  seiner  Mittheilung ­
  in  der  Sitzung  des  Bergmännischen  Vereines  in  Freiberg  am
            
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