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Full text : Almanach Jahrgang 100.1950

Vortrag  

452

gerade die richtige Aufgabe für den Naturforscher von
heute ist, der bei all den Sünden der Technik und bei all
dem Mißbrauch, der mit seinen Werken getrieben wird,
doch eines vor seinen Kollegen von der geisteswissenschaftlichen
 Seite voraus hat: den ungebrochenen Mut
und das Selbstvertrauen, das er auf Grund seiner bisherigen
 Errungenschaften gewonnen hat und das ihm für
die Zukunft die Zuversicht verleiht: Wir werden es
schaffen!

Ja! Wir wollen uns diese große herrliche Welt nicht
zerstören lassen, weder durch den romantischen Unsinn
der Schwärmer für das Herrenmenschentum noch durch
die Götzendiener der Macht oder durch die Fanatiker
extremer politischer Ideologien noch durch den kopfhängerischen
 Pessimismus jener dekadenten Existenzialisten,
 die auf Hormonstörungen mit einem allgemeinen
Ekel vor dem Leben überhaupt reagieren. Lassen wir
uns diese Welt nicht weiter ruinieren, sondern so schön
machen, wie es der Würde ihres Schöpfers entspricht!
Die Menschheit, die erst vielleicht dreihundert Jahrtausende
 einer primitiven Entwicklung hinter sich, aber
mehr als eine Million Jahrtausende zur Weiterentwicklung
vor sich hat, wird einmal für die dunkle Urzeit unserer
kriegerischen Epoche nur mehr ein mitleidiges Lächeln
übrig haben. Die Naturwissenschaft von heute aber wird
im Bewußtsein der ungeheuren Verantwortung, die sie
trägt, beginnen müssen, ihre Schlagkraft statt zur weiteren
 Bändigung der unbelebten Natur lieber zur Bändigung
 und liebevollen Erziehung der Menschen selbst zu
verwenden — des Menschen, der nicht vielleicht, wie
viele meinten, „von Natur aus schlecht ist“, sondern durch
verfehlte Erziehung und verfehlte Umwelteinflüsse zum
            
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