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Full text : Almanach Jahrgang 100.1950

450 Österr. Kulturwoche 1950: Festsitzung der Akad.

ein derartiges Projekt — allerdings derzeit noch mit einem
Kostenaufwand von rund 40 Milliarden Dollars — wirklich
 ausführen zu können. Der Autor bezweifelt nur, ob
sich. der Staub auch tatsächlich genügend gleichmäßig
über die ganze Erdoberfläche ausbreiten würde, derart,
daß man die ganze Bevölkerung restlos erfassen könnte.
Aber die Vernichtung eines kleinen Kontinents wie
 der ja nur knapp zwei Prozent der Erdoberfläche
ausmacht, wäre natürlich leicht zu bewerkstelligen und
würde im Vergleich zu dem globalen Projekt nur einen
Pappenstiel kosten.
Ich könnte mir ganz gut vorstellen, daß Dr. 
in einzelnen Teilen der Welt nunmehr als imperialistischer
 Kriegshetzer angeprangert wird, was aber eine
völlige Fehlinterpretation seiner Absichten bedeuten
würde. Er ist natürlich genau so ein Kriegsgegner wie
die Mehrzahl von uns allen. Aber auch mich z. B. hatte
meine Kriegsgegnerschaft nicht daran gehindert, vor zwei
Jahren in den Acta Physica Austriaca Berechnungen über
das mögliche Ausmaß der Gebiete zu publizieren, die im
Kriegsfall durch die Abfallprodukte der Atomkraftwerke
absichtlich radioaktiv verseucht werden könnten, Der
Zweck aller solchen Veröffentlichungen liegt ja nicht etwa
darin, die militärischen Fachleute der aufrüstenden
Staaten auf neue Ideen zu bringen, denn dazu sind sie
heute schon selber gescheit genug. Der Zweck liegt vielmehr
 darin, die große Öffentlichkeit auf die furchtbare
Gefahr aufmerksam zu machen, die erwächst, wenn man
im Atomzeitalter an gewissen geistigen HEinstellungen
festhält, wie z. B. die romantische Idee der Ehre der
Nation, die sich dies oder jenes nicht gefallen lassen darf,
oder der Gedanke des zu erobernden Lebensraumes oder
            
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