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Full text : Almanach Jahrgang 100.1950

Vortrag  

435

Parias, weil sie Arbeiter auf dem Gebiet des Geistes
sind?
Und verhält es sich bei anderen Forschungsunternehmungen
 nicht ähnlich wie bei den Publikationen? Die
meisten von ihnen vollziehen sich im Inland, das heißt,
daß das für sie verausgabte Geld wenigstens zu einem
erheblichen Teil unmittelbar wieder der Inlandswirtschaft
zugute kommt und wenn einmal eine Ausgrabung, eine
Forschungsreise ins Ausland oder die Delegierung eines
heimischen Forschers zur Mitarbeit an einer im Ausland
durchgeführten Forschungsaufgabe sich als notwendig
erweisen, sollen da die Kosten dafür nicht aufzubringen
sein, obwohl sie doch gering sind im Verhältnis zu dem,
was ein Staat z.B. für seine politische Vertretung im
Auslande jährlich aufzuwenden sich genötigt fühlt?
Und schließlich noch die Frage: Wenn wissenschaftlich
 wertvolle Forschungsarbeit die Einstellung einer
gewiß nur kleinen Zahl hochqualifizierter Beamter oder
Angestellter mit Forschungsauftrag fordert, soll dann der
Staat und unser Volk vor den damit verbundenen Auslagen
 ängstlich zurückschrecken oder könnte man nicht
auch da von produktiver Arbeitslosenfürsorge zugunsten
hochbegabter Menschen unseres Volkes sprechen? Oder
geht es dabei, und das ist der Standpunkt der Akademie,
nicht sogar noch um ein Höheres? Leben wir nicht in
einer Zeit, in der mit gegen früher tausendfach verstärkten
 Mitteln aus Tendenz oder Geschäftsgeist auf allen
Gebieten halbe Wahrheiten oder ganze Lügen an die
Menschen herangebracht und sie mit verwirrendem falschen
 Schein umgaukelt werden? Ist in einer solchen
Zeit die Wissenschaft nicht aufgerufen, für die Wahrheit
Zeugnis abzulegen und damit das zu erfüllen, was unser

PR.
            
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