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Full text : Almanach Jahrgang 100.1950

432 Österr. Kulturwoche 1950: Festsitzung der Akad.

Staaten zu, die demzufolge alle mit einer größeren Zahl
erstklassiger, vor allem den praktisch verwertbaren, aber
auch den Gesellschaftswissenschaften dienender Forschungsinstitute
 ausgestattet sind, deren Ergebnise unmittelbar
 der staatlichen Wirtschaftsführung zur Verfügung
 gestellt werden. Wenn so diese Akademien und
Institute außerordentlich hohe, für unsere Begriffe geradezu
 phantastische Geldmittel vom Staat erhalten und
auch die Akademiemitglieder bevorzugt besoldet sind, so
ist andererseits klar, daß sie vom Staat auch abhängen
und seinen Anordnungen unterworfen sind.
Im Gegensatz zu einer solchen Organisation der Wissenschaft,
 über deren Vorzüge und Nachteile hier kein
Urteil abgegeben werden soll, ruht die wissenschaftliche
Arbeit in der übrigen Welt und damit auch in 
auf völlig anderen Grundlagen. Man kann hier, ohne
damit alle Nuancen zu erschöpfen, drei Arten von wissenschaftlich
 arbeitenden Institutionen unterscheiden:
1. Staatliche Institute, bei denen, wie etwa dem Bundesamt
 für  und Vermessungswesen, die praktische
Verwendung und Verwertung für Zwecke des Staates
oder der Volkserziehung, wie etwa bei den Museen, im
Vordergrunde steht und die daher als Organe des Staates
von ihm bezahlt werden, 2. die Institute der Hochschulen,
 auch vom Staate erhalten, aber durch die den
Hochschulen zuerkannte Autonomie und die garantierte
Freiheit von Forschung und Lehre der unmittelbaren
staatlichen Anweisung weitgehend entzogen, und 3. die
freien, nichtstaatlichen wissenschaftlichen Vereinigungen
aller Art; zu ihnen gehört auch die Akademie, aber sie
hebt sich dadurch aus allen anderen heraus und auf den
ersten Platz empor, daß der Staat sie mit einem beson-
            
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