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Full text : Almanach Jahrgang 100.1950

Vortrag  

4929

bolkultur: der Sittlichkeit. Zur Rationalisierung der
Lebens- und Schaffensgebiete tritt die Ethisierung: in der
Technik durch die Forderung der Unterwerfung aller praktischen
 Erzeugung unter sittliche Zwecke, in der Medizin
durch die Versittlichung des Helfens und Heilens zum
sozialen Werk des teilnehmenden Helferwillens, im sozialen
 Leben durch die Bestimmung aller menschlichen Gemeinschaften
 als auf sittliche Forderungen gegründeter
Rechtsordnungen. Auf der anderen Seite aber geht die
Wissenschaft über die Aufgaben der Erforschung der Welt
und der Lenkung menschlichen Schaffens und Handelns
hinaus, indem sie sich reflektierend auf den Menschen
selbst als Träger von Erkenntnis, technischem Schaffen und
sozialem Handeln wendet, in der Philosophie, Geschichte
und Weltanschauung. So hat die Wissenschaft eine dreifache
Aufgabe: 1. ein durch rationale Erkenntnis gewonnenes
und geformtes Weltbild aufzubauen; 2, in der Technik
Systeme der Bewältigung der Natur, im Sozialen Ordnungen
 des Zusammenlebens von Menschen zu schaffen; 3. in
Philosophie und Geschichte den Menschen und die Menschheit
 zur Besinnung über sich selbst zu führen.
In der Philosophie erfaßt sich der Mensch als denkendes,
 wertendes und wollendes Subjekt, also als unter
dem Gesetz der Wahrheit und der Sittlichkeit stehende
Person, in der Geschichte als kulturschaffende und -tragende
 Gemeinschaften, aber auch als die zu einer immer
vollkommeneren Teilnahme aller Menschheitsgruppen aneinander
 verpflichtete Menschheit.  hat in der
Vorrede zu seiner „Geschichte des Dreißigjährigen Krieges“
 in weitblickender Einsicht als dessen Ergebnis bezeichnet:
 „Europa ging ununterdrückt und frei aus diesem
fürchterlichen Krieg, in welchem es sich zum erstenmal
            
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