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Full text : Almanach Jahrgang 100.1950

Glückwunschschreiben

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aufrichtig für viele künftige Jahre Wohlergehen und Arbeitskraft zu
weiterer geistiger Mitarbeit an den Ihnen am Herzen liegenden Problemen,

 am 1. September 1949,
Für das Präsidium der    
Der Präsident: Der Generalsekretär:
   

Glückwunschschreiben zum 80. Geburtstag des korrespon:
dierenden Mitgliedes Prof. Dr.  
Hochverehrter Herr Kollege!

Am 21. September feiern Sie in unveränderter Arbeitskraft Ihren
80. Geburtstag. Die  Akademie der Wissenschaften entbietet
 Ihnen zu diesem Festtage die herzlichsten Glückwünsche, Noch
immer sind Sie im Lehramte tätig, obwohl Sie ein tragisches Schicksal
gezwungen hat, von der Stätte, an der Sie durch 26 Jahre als Forscher
und Lehrer gewirkt hatten, zu scheiden und  für immer zu verlassen,

Sie haben das Erbe Ihres Lehrers, des großen Meisters H. von
Hering angetreten und ruhmvoll fortgeführt, selbst als einer der bedeutendsten
 Meister der Physiologie und wohl als der heute führendste
und erste Vertreter der Sinnesphysiologie. Der Umfang Ihres Wissens
und die geradezu übersprühende Lebendigkeit, in der Sie auf den verschiedensten
 Gebieten der Physiologie und des wissenschaftlichen
Lebens überhaupt, sofort, belehrend oder kritisch mit durchschlagendem
 Erfolg in eine Diskussion eintreten konnten, erweckte immer das
Staunen Ihrer Zuhörer und aller Fachgenossen, Schon als einjährigfreiwilliger
 Mediziner wurden Sie Ihren Kameraden auf dem Exerzierplatz
 als gelehrter Wissenschaftler gezeigt, und schon 1896 traten Sie
als Assistent bei Hering in  in die Laufbahn des Physiologen
ein und wurden schon mit 29 Jahren Privatdozent, mit 83 bereits
tit, Professor in  und im Jahre 1906 Ordinarius für Physiologie an
der tierärztlichen Hochschule in  deren physiologisches Institut
Sie zu einer hervorragenden Lehr- und Forschungsstätte ausbauten und
verwalteten, bis Sie das Ordinariat in  übernahmen, dieselbe Stelle,
die seinerzeit Prof, Hering innegehabt hatte und an der Sie, treu bis
zum Jahre 1939, trotz verlockender Anbote, ausharrten, Aus der großen
Zahl der wissenschaftlichen Arbeiten sind es besonders jene aus dem
Gebiete der physiologischen Optik, die Ihren internationalen Ruf begründet
 haben; die Arbeiten über Raumsinn, Farbensinn und Tiefenlokalisation,
 über Schielen und über Augenbewegungen gehören zu den
klassischen Errungenschaften der physiologischen Optik, Ihr weites
Wissen auf dem Gesamtgebiet der Biologie ermöglichte es Ihnen, ein
anerkannt großes Handbuch über allgemeine Biologie zu schreiben,
            
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