Glückwunschschreiben
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aufrichtig für viele künftige Jahre Wohlergehen und Arbeitskraft zu
weiterer geistiger Mitarbeit an den Ihnen am Herzen liegenden Problemen,
Wien am 1. September 1949,
Für das Präsidium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Österreichischen Akademie der Wissenschaften Österreichischen Akademie der Wissenschaften Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Der Präsident: Der Generalsekretär:
H Ficker J Keil H Ficker J Keil H Ficker J Keil H Ficker J Keil
Glückwunschschreiben zum 80. Geburtstag des korrespon:
dierenden Mitgliedes Prof. Dr. Armin Tschermak-Seysenegg Armin Tschermak-Seysenegg
Hochverehrter Herr Kollege!
Am 21. September feiern Sie in unveränderter Arbeitskraft Ihren
80. Geburtstag. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften entbietet
Ihnen zu diesem Festtage die herzlichsten Glückwünsche, Noch
immer sind Sie im Lehramte tätig, obwohl Sie ein tragisches Schicksal
gezwungen hat, von der Stätte, an der Sie durch 26 Jahre als Forscher
und Lehrer gewirkt hatten, zu scheiden und Prag für immer zu verlassen,
Sie haben das Erbe Ihres Lehrers, des großen Meisters H. von
Hering angetreten und ruhmvoll fortgeführt, selbst als einer der bedeutendsten
Meister der Physiologie und wohl als der heute führendste
und erste Vertreter der Sinnesphysiologie. Der Umfang Ihres Wissens
und die geradezu übersprühende Lebendigkeit, in der Sie auf den verschiedensten
Gebieten der Physiologie und des wissenschaftlichen
Lebens überhaupt, sofort, belehrend oder kritisch mit durchschlagendem
Erfolg in eine Diskussion eintreten konnten, erweckte immer das
Staunen Ihrer Zuhörer und aller Fachgenossen, Schon als einjährigfreiwilliger
Mediziner wurden Sie Ihren Kameraden auf dem Exerzierplatz
als gelehrter Wissenschaftler gezeigt, und schon 1896 traten Sie
als Assistent bei Hering in Leipzig in die Laufbahn des Physiologen
ein und wurden schon mit 29 Jahren Privatdozent, mit 83 bereits
tit, Professor in Halle und im Jahre 1906 Ordinarius für Physiologie an
der tierärztlichen Hochschule in Wien deren physiologisches Institut
Sie zu einer hervorragenden Lehr- und Forschungsstätte ausbauten und
verwalteten, bis Sie das Ordinariat in Prag übernahmen, dieselbe Stelle,
die seinerzeit Prof, Hering innegehabt hatte und an der Sie, treu bis
zum Jahre 1939, trotz verlockender Anbote, ausharrten, Aus der großen
Zahl der wissenschaftlichen Arbeiten sind es besonders jene aus dem
Gebiete der physiologischen Optik, die Ihren internationalen Ruf begründet
haben; die Arbeiten über Raumsinn, Farbensinn und Tiefenlokalisation,
über Schielen und über Augenbewegungen gehören zu den
klassischen Errungenschaften der physiologischen Optik, Ihr weites
Wissen auf dem Gesamtgebiet der Biologie ermöglichte es Ihnen, ein
anerkannt großes Handbuch über allgemeine Biologie zu schreiben,