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Full text : Almanach Jahrgang 100.1950

Glückwunschschreiben.

u

1

dann später immer wieder als Staatsoberhaupt des Bundesstaates mit
größter Energie unermüdlich gekämpft haben, den Abschluß eines
Staatsvertrages durchzusetzen, der unserem Lande seine volle Freiheit,
Selbständigkeit und Unabhängigkeit wiederzugeben und dauernd zu
sichern hätte, vermochten Sie, ungeachtet des Einsatzes der ganzen
Macht Ihrer Persönlichkeit, bis heute nicht zu erreichen. Das ganze
 Volk weiß es aber, daß es die Schuld daran nicht Ihnen
anlasten darf, daß es im Gegenteil Ihnen gerade für dieses Ihr mutiges
und entschlossenes Eintreten im Dienste der gerechten Sache für immer
zu nie versiegendem Danke verpflichtet ist. Und es darf sich der zuversichtlichen
 Erwartung hingeben, daß dieses Ihr unermüdliches Streben
und Bemühen endlich den heiß ersehnten Erfolg erzielen und unserem
Lande den ihm gebührenden Platz unter den Völkern der Welt dauernd
sichern werde, der ihm bisher zu Unrecht versagt wurde,
     hat Ihnen, hochverehrter
 Herr Bundespräsident, an Ihrem Festtage aber noch einen besonderen
 Dank abzustatten, Mit dem ganzen Gewicht Ihres hohen
Amtes, mit dem Einsatz Ihrer ganzen Persönlichkeit haben Sie inmitten
einer Welt des Unverstandes Ihre Stimme immer wieder für eine gerechte
 Wertung der wissenschaftlichen Arbeiten und für eine wirksame
Förderung wissenschaftlicher Bestrebungen erhoben, Mit eindringlichen
Worten haben Sie darauf hingewiesen, daß Ausgaben für wissenschaftliche
 Zwecke in Wahrheit nicht, wie dies oftmals behauptet wird, unproduktiver
 Art sind, sondern letzten Endes der gesamten Volkswirtschaft
 als ein positiver Fakor zugute kommen, daß daher dem wissenschaftlichen
 Arbeiter jene Lebensbedingungen Zzugebilligt werden
müssen, unter denen allein er seinen Aufgaben im vollen Maße nachzukommen
 in der Lage ist, Die  Akademie der Wissenschaften,
 die satzungsgemäß dazu berufen ist, unablässig der Forschung
und der Mehrung der Wissenschaften zu dienen, sagt Ihnen für diese
Ihre, vom tiefsten Verständnis getragene, entschiedene und eindeutige
Stellungnahme im Dienste der Wissenschaft den ehrerbietigsten Dank,
Mit diesem Dank verbindet sie den aufrichtigen Wunsch, daß das
gütige Geschick, das Ihr Leben und Wirken bisher so sichtbar geleitet
hat, Sie noch viele Jahre Ihrer verantwortungsvollen, hohen Aufgabe
erhalten möge, zum Wohle unseres Landes, zum Wohle des so schwer
geprüften  Volkes,

 am 14. Dezember 1950.

Das Präsidium der    

Der Präsident:
 

Der Generalsekretär:
Keil

Der Vizepräsident:
 

Der Sekretär:

 
            
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