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Full text : Almanach Jahrgang 100.1950

5692

Die Jahressitzung 1950.

normalen Vererbungstypus ein anderer einher oder war
dieser durch Sondergegebenheiten einfach und ohne
Schwierigkeiten auf den klassischen Typus zurückzuführen?


Als erster Fall begegnete  ein Erbgang, der
schon beim üblichen Kreuzungsexperiment in der 1, Tochtergeneration
 sich auffallend eigenartig verhielt. Das
1.  Gesetz, die Uniformität der Eigenschaften
in der F,-Generation, schien durchbrochen. Und diese Abnormität
 ließ sich nicht nur bei einer, sondern im Laufe
kurzer Zeit bei mehreren mutierten Erbeigenschaften
nachweisen. Es verlief der Erbgang bei ihnen allen nach
einer bestimmten Regel, aber nach einer Sonderregel. In
der Zwischenzeit war der Chromosomenbestand von 
 melanogaster festgestellt worden, und es ergab
sich, daß ihr Geschlechtschromosomen Zzukamen, dem
Weibchen 2 X-Chromosomen und dem Männchen 1 X- und
1 Y-Chromosom, mit deren Hilfe der Mechanismus der
Geschlechtsdeterminierung erfolgt. Als einfache Erklärung
für den Sondererbgang ließ sich annehmen, daß die ab-Norm
 sich verhaltenden Erbeigenschaften im X-Chromo-Som
 lokalisiert seien, das im Weibchen zweimal, im Männchen
 aber nur einmal vertreten ist und dieses deshalb zwei
verschiedene Spermatozoen bilden mußte, solche mit der
abnormen Erbeigenschaft und solche ohne diese. Alles
entsprach dann dem  nur mit der Abweichung,
 daß eben die Chromosomenverhältnisse aberrant
 waren. Damit war diegeschlechtsgebundene
Vererbung entdeckt. Analoge Erbgänge waren schon
seit langem bekannt bei anderen Organismen, so auch beim
Menschen, wie der der Bluterkrankheit und einer bestimmten
 Form der Farbenblindheit. Komplizierteste
            
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