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Full text : Almanach Jahrgang 100.1950

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Die Jahressitzung 1950.

reich der Nachkriegszeit war nicht mehr in der Lage, die
überdimensionierte Sternwarte baulich zu erhalten, geschweige
 denn mit modernen Instrumenten auszurüsten,
Der Instrumentenbestand war veraltet, die Montierung des
Hauptinstrumentes infolge Abnützung kaum mehr reparaturfähig.
 Die atmosphärischen Verhältnisse hatten sich
durch die Ausbreitung der Stadt und durch die grelle
Straßenbeleuchtung so verschlechtert, daß sie nach Graffs
eigenen Worten (Jg. 68 der Vierteljahrsschrift der Astronomischen
 Gesellschaft) „selbst bescheidene Beobachtungen
 nicht mehr zulassen“. Unter diesen Umständen wäre
selbst die Anschaffung moderner Instrumente Zwecklos gewesen,
 und nur die Verlegung der Sternwarte bei gleichzeitiger
 Reduzierung auf ein den gegebenen finanziellen
Verhältnissen angepaßtes Ausmaß hätte einen bleibenden
Erfolg versprochen. Vorschläge zur Verlegung der 
Sternwarte wurden ja schon seit drei J ahrzehnten erwogen.


Überraschend ist nun, daß sich  entschloß, zu
dem von ihm selbst in bezug auf die Montierung als unbrauchbar
 bezeichneten 68-cm-Refraktor unter großem
Kostenaufwand eine Hebebühne sowie eine elektrische
Kuppel- und Spaltbewegung bauen zu lassen. Gleichzeitig
wurde der Versuch unternommen, die Montierung durch
Einbau eines neuen Antriebwerkes und elektromotorischer
Feinbewegung zu modernisieren. Dieser Versuch führte
nur zu einem Teilerfolg. Der große Refraktor ist auch
heute noch nur im Deklinationsbereich bis 50° benützbar.
Für Graffs persönliche Forschungstätigkeit war es ein
Glück, daß der Präsident der 
Wissenschaftshilfe, Exz.  1929 den Plan zur
Errichtung einer gemeinsamen Auslandssternwarte an-
            
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