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Full text : Almanach Jahrgang 100.1950

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35!

Vater bei seinen letzten Arbeiten geholfen hatte, und
einen Sohn Dr.  V.  der   
in  Nationalökonomie lehrt. Daß dieser im Lande
seiner Zuflucht eine befriedigende Stellung gefunden und
mit einer jungen  glücklich verheiratet ist,
war für den Vater trotz der schmerzlichen Trennung
eine große Freude.
St.  war ein überaus gütiger, warmfühlender
Mensch, dessen Herzenswärme nicht nur seiner Familie,
sondern auch seinen Freunden gegenüber besonders zum
Ausdruck kam. Ich weiß nicht mehr, wer den Ausdruck:
„Talent zur Freundschaft“ geprägt hat;  jedenfalls
hatte dieses Talent im höchsten Maße. Er war aber jedermann
 gegenüber freundlich und von gewinnenden
Umgangsformen. Nur wenn sein stark entwickeltes
Rechtsgefühl verletzt wurde, konnte er abweisend werden
 bis zur Schroffheit. Er war stets hilfsbereit und
scheute dabei nicht davor zurück, Leben und Gesundheit
aufs Spiel zu setzen, wie eine wenig bekannte Episode
zeigt; daß sie wenig bekannt ist, zeugt wiederum für
 Schlichtheit und Anspruchslosigkeit: 1920, bei
einem der in früheren Jahren so gefürchteten Hochwässer
 in  sprang  kurz entschlossen ins Wasser,
um schwimmend Leuten in einem gefährdeten Hause zu
Hilfe zu kommen. Nachher gefragt, ob es ihm nicht geschadet
 habe, antwortete er mit charakteristischem
Schmunzeln: „Mir nicht, aber meiner Uhr.“ Er hatte
nämlich in der Eile vergessen, seine Taschenuhr abzulegen.
 Und wieder im Jahre 1930 rettete er durch Tauchen
 einen ertrinkenden Knaben in der Schwimmschule,
Er war von einer erstaunlichen Leistungsfähigkeit und
Zähigkeit, die ihn noch in seinem letzten Lebensjahre
            
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