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Full text : Almanach Jahrgang 100.1950

vo6

Die Jahressitzung 1950.

lesungszeiten von seiner an  gebundenen Familie
trennend. „Es war ein ganz eigentümliches Leben, das
den Lehrkörper der  Universität und die 
 Einwohner  wie auf einer kleinen Insel im
 Meere um so enger zusammenschloß. Ich
habe gerne an dem regen geistigen Leben der kleinen Gemeinschaft
 teilgenommen und liebe Freunde gewonnen.
Besondere Freundschaft verband mich bald mit 
 Obwohl das damalige  Unterrichtsministerium
 Praschnikers Wünschen entgegenkam,
die Fortsetzung seiner  Arbeiten durch Urlaubsgewährung
 und Geldmittel — einmal auf besondere Weisung
 des Präsidenten  den Praschniker auf einer
Reise durch  führte — unterstützte und obwohl
 es ihm auch eine vollständige Reinigung und Neuaufstellung
 der großen Gipssammlung im umgebauten Clementinum,
 die ihm viel Freude machte, ermöglichte, nahm
Praschniker, nachdem er im Wintersemester 1929,30 das
Dekanat verwaltet hatte, 1930 einen Ruf an die thüringische
 Landesuniversität  an; er verblieb dort aber nur
ein Semester, da die Neubesetzung der nach 
 frei gewordenen zweiten archäologischen Lehrkanzel
an der  Universität die ersehnte Wiedervereinigung
mit seiner Familie möglich machte. Nach einer Übergangszeit
 von drei Jahren auf diesem nur als Extraordinariat
dotierten Posten erfolgte am 7. April 1934 die Ernennung
auf die mit der Stellung eines Direktors des Archäologisch-epigraphischen
 Seminars verbundene ordentliche
Lehrkanzel als Nachfolger   und im nächsten
Jahr auch die Bestellung zum Direktor des 
 archäologischen Instituts, also die Betrauung mit
jenen amtlichen Funktionen, die Praschniker bis zu sei-
            
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