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Full text : Almanach Jahrgang 100.1950

VOR

Die Jahressitzung 1950.

Diesen Standpunkt kennzeichnet trefflich ein launiger
Ausspruch, den knapp vor Kriegsbeginn ein durchaus
 eingestellter kalifornischer Kollege mir.
gegenüber getan hat. Er sagte, er verstände nicht recht,
warum man z.B. in  das Gold aus den Bergen
 hole. Es koste viel Arbeit und es würde ja dann
doch nur über den Kontinent hinweg nach Osten geführt;
 dort grabe man es wieder in die  ein und
stelle ein Regiment Soldaten zur Bewachung darüber.
Es wäre doch vernünftiger, man ließe das Gold an Ort
und Stelle und vermerke auf dauerhaften Tafeln, daß
nach fachlichen Gutachten hier soundso viel Gold liege;
die so ersparte Arbeit und das ersparte Material könnte
man für nützlichere Zwecke verwenden.
Diesem Gedankengang wurde auch während des
Krieges weitgehend Rechnung getragen. In allen in den
Krieg irgendwie hineingezogenen Ländern einschließlich
 sank die Goldgewinnung während der Kriegsjahre
 — in  der Kriegsereignisse wegen allein
schon — sehr stark, und zwar insgesamt von 1300 jato
auf 850 im Jahre 1946, also auf zwei Drittel, während
die Gewinnung der übrigen Metalle und sonstigen Rohstoffe
 auf das äußerste forciert wurde. Erst seit 1946
steigt die Goldgewinnung wieder ziemlich rasch an,
dürfte aber kaum die Maximalhöhe schon erreicht haben.
In Zeiten der allgemeinen Not hatte man tatsächlich
erkannt, daß Arbeitskräfte und Material besser als für
die Goldgewinnung angewendet werden können.
Von den unbedeutenden technischen Anwendungsmöglichkeiten
 abgesehen, ist festzustellen, daß das Gold
nun ja auch als Münzmetall in den meisten Ländern
verschwunden ist. Gold hat damit auch seine unmittel-
            
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