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Full text : Almanach Jahrgang 100.1950

OS

Die Jahressitzung 1950.

oder weniger angereichert in Form von Klumpen, Körnern,
 Staub oder Flittern abgelagert und kann so unter
Ersparung des Brech- und Zerkleinerungsprozesses von
den Menschen ausgewaschen werden. Seifengold hat in
der Regel auch einen höheren Feingehalt als das Berggold,
 weil im Zuge der Verwitterung unedlere, metallische
Beimengungen, besonders das Silber, aus dem Rohgold
herausgelöst werden.
Wo nicht durch Verwitterung in geologischen Zeiten
das goldführende Gestein völlig abgetragen worden ist,
steht das Seifengold immer in Verbindung mit dem Berggold.
 Diese Erfahrung hatte man schon in sehr frühen
Zeiten gemacht und verwertet. — Anfänglich konnte man
auch von dem Seifengold nur die größeren Körner verarbeiten;
 die feinen Flitter und der Goldstaub waren
wertlos; denn schmelzen konnte man das Gold wegen
seines über 1000 Grad liegenden Schmelzpunktes anfänglich
 nicht, sondern man konnte es nur mechanisch verarbeiten.
 Schmelzen wurde erst möglich, als von den
alten Ägyptern um das Jahr 3900 vor  Geburt das
Blasrohr, heute Lötrohr genannt, erfunden wurde; nun
konnte man an das Schmelzen des Goldes wie auch des
Kupfers denken; damit wurde das Einschmelzen auch
feinverteilten Goldstaubes in kleinen Tontiegeln möglich
und gleichzeitig war damit in  die Steinkupferzeit
beendet, in welcher Metalle nur in geringem Umfange, soweit
 sie die Natur schon in Form größerer Massen freier
oder gediegener Metalle darbot, zur Verwendung kamen.
Es begann um 3900 die Kupferzeit.1)

1) Die zeitliche Abgrenzung für die Kulturgroßepochen bezieht
sich natürlich nur auf das weitere Mittelmeergebiet, in anderen Teilen
der Erde liegen die Grenzen wesentlich anders.
            
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