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Full text : Almanach Jahrgang 100.1950

04.

Die Jahressitzung 1950.

Gold
Von w.   
(Vortrag, gehalten in der Feierlichen Sitzung der 
   in  am 24, Mai 1950.)

Unter den toten Stoffen, welche der Mensch den
äußeren, für ihn zugänglichen Teilen des Erdballes für
seine Zwecke entnimmt — wir nennen diese Stoffe am
besten mineralische Rohstoffe — nimmt das Gold eine ausgesprochene
 Sonderstellung ein, die es nur zum Teil mit
den Edelsteinen mit Ausnahme des technisch höchst wertvollen
 Diamanten teilt. Ohne größere praktische Bedeutung
 dient es mit den edlen Steinen den ästhetischen Bedürfnissen
 des Menschen; darüber hinaus ist es aber seit
langer Zeit zum Symbol des Reichtums, der wirtschaftlichen
 und damit auch weitgehend der politischen Macht
geworden. An Versuchen, sich diesem seinem Einfluß zu
entziehen, fehlt es nicht.
Wer hat es erstmalig gefunden, das beständige, das
verführerisch gleißende, gelbe Metall? Und wann? Sicherlich
 wurde es von Menschen mehrfach erstgefunden, zu
verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Gegenden.
Vielleicht waren es da jagende Nomaden oder Fischer, die
in den Ablagerungen der Flüsse und Bäche auf Goldklumpen
 und Goldkörner stießen, vielleicht war es dort
der Ackerbauer, der solche beim Harken des Bodens erstmalig
 fand. Das Gold ist neben oder noch vor dem
Kupfer das erste Metall, das der Mensch in Gebrauch
nahm; er konnte das dehnbare Metall leicht zu perlen-
            
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