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Full text : Almanach Jahrgang 100.1950

Eröffnungsansprache des Präsidenten.

I

bh

Jahr zum erstenmal die Hilfe durch den Verein der
Freunde der Akademie in sehr erheblichem Maß
ausgewirkt und unsere Lage erleichtert. Wir schätzen
diese Hilfe um so höher, weil wir wissen, daß die gleichen
Kreise, die sich im Verein der Freunde der Akademie zu
unserem Nutzen zusammengeschlossen haben, in großem
Umfange die gesamte  Wissenschaft unterstützen
 — die Hochschulen und die vielen wissenschaftlichen
 Vereine,

Neben der materiellen Hilfe, die uns der Verein bietet
und für die wir ihm heute von Herzen danken, bedeutet
Existenz und Tätigkeit des Vereins für uns auch eine
große moralische Stütze. Der Verein ist ja ein Beweis
dafür, daß die Meinung, für ein kleines und verarmtes
Volk sei die Wissenschaft ein Luxus, sich zu wandeln
beginnt.
Auch wir haben Verständnis dafür, wenn man sagt,
daß ein Volk in erster Linie  und Wohnung haben
muß. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, daß schon
öfters in der Geschichte der Wiederaufstieg zusammengebrochener
 Völker nur dadurch möglich war, daß die
Völker sich wieder großgehungert haben, wobei trotzdem
die intensivste Förderung der Wissenschaft sich als eines
der wirksamsten Instrumente für den Wiederaufstieg bewährt
 hat. In  wird nicht mehr buchstäblich gehungert,
 aber die Forschung ist am Verhungern und mit
ihr der wissenschaftliche Nachwuchs, dessen Arbeit für
den Wiederaufbau unentbehrlich ist.

Damit sind wir aber zu einer Frage gekommen, die so
wichtig ist, daß sie nunmehr vom Oberhaupte unseres
Staates, von unserem verehrten Herrn Bundespräsidenten,
behandelt werden wird.
            
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