III. Preisaufgaben,
3. PREISAUFGABE:
Bestimmung der Massen der Planeten.
Zur Berechnung der Störungen, welche jeder Körper
unsers Sonnensystemes in seinem Laufe durch die übrigen
erleidet, ist vor allem die Kenniniss der Massen der auf
einander wirkenden Körper erforderlich. Nun kann aber
die Masse eines Planeten nur aus seiner Einwirkung auf
die anderen erkannt und abgeleitet werden, woraus folgt,
dass die Astronomie nur nach und nach, nämlich nach Verhältniss
der Zahl und der Genauigkeit geeigneter Beobachtungen,
zu einer immer schärfern Bestimmung der Massen
und somit zur Vervollkommnung der Berechnung des Laufes
der Pianeten und Kometen gelangen kann. Die gegenwärtig
im Gebrauche befindlichen Plianeten-Tafeln sind
fast sämmtlich nahe ein halbes Jahrhundert alt; eine
grosse Anzahl von Beobachtungen ist seitdem zugewachsen,
vorzüglicher und genauer als jene aus früheren Zeiten.
Zwar haben mehrere Astronomen in letzterer Zeit die
Masse einzelner Planeten, namentlich jene des Jupiters,
wesentlich verbessert; allein ohne das Verdienst dieser
Arbeiten im geringsten zu verkennen, glaubt die kaiserl.
Akademie der Wissenschaften einen zur Förderung der
Astronomie nicht unwesentlichen Schritt zu thun und ‚dem
Wunsche aller Astronomen entgegen zu kommen, indem
sie einen Preis für eine neue, möglichst genaue und umfassende
Bestimmung der Planetenmassen ‚- namentlich der
wichtigeren Hauptplaneten aussetzt. Wünschenswerth ist
eine ähnliche Bearbeitung über die Masse unsers Mondes,
Von der Gründlichkeit und Vollständigkeit der ganzen
Untersuchung, so wie von der nachgewiesenen Sicherheit der
gewonnenen Resultate wird die Preiswürdigkeit abhängen.