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Full text : Almanach Jahrgang 001.1851

1V. Preis - Aufgaben.
im Stempel zu suchen seien, und dort, wo diese Organe
nicht vorhanden sind, wie in allen einfachen gebauten
Pflanzen, von keiner geschlechtlichen Zeugung die Rede
sein könne.
Es währte nicht lange, so entdeckte man auch bei
diesen einfachen Pflanzen zweierlei zu einem und demselben
 Fortpflanzungs - Apparate gehörige Organe, und die
Deutung war hier um so weniger zweifelhaft, als in einem
derselben das Vorhandensein ähnlicher Samenfäden wie in
dem Sperma der Thiere nachgewiesen wurde. Indess blieb
man dabei nicht stehen, und Betrachtungen und Vergleichungen
 von verschiedenen Seiten her führten zur Vermuthung,
 dass, obgleich die Geschlechts-Differenz eine durch
das ganze Gewächsreich durchgreifende Erscheinung sei,
man doch in der Deutung der hetreffenden Organe geirrt
habe.

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 sprach es zuerst, auf directe Untersuchungen
 geslützt, aus, dass der Pollen nicht, wie man bisher
 annahm, das befruchtende Prineip enthalte, sondern im
Gegentheile die Grundlage der künftigen Pflanze sei und
theilweise unmittelbar in die Bildung des Keimes eingehe.
Die Bezeichnung der Geschlechts-Organe musste nach dieser
 Ansicht verändert werden, was früher männlich war,
erhielt die Bedeutung des Weiblichen, und das früher weibliche
 Organ stellte sich im Ganzen als befruchtend, als
männlich heraus.
Diese Lehre , obgleich manche Zweifel ausgleichend,
and eine Harmonie in die Betrachtung pflanzlicher Gestaltung
 bringend, hatte jedoch keineswegs eine allgemeine
Anerkennung gefunden, ja die Stimmen dagegen, anfänglich
 auf wenige beschränkt, werden mehr und mehr zahlreicher
 und von Tag zu Tag gewichtiger.
            
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