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Full text : Der Tourist auf der Südbahn von Wien bis Triest

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besonders nach anhaltenden Regen mächtig verstärkt, zwischen
den Kalkklippen herabbrausen. Jene⸗ Kaskade, welche sich bei
Neuming ganz nahe an der Straße zeigt, bedarf dieser Ver—
staͤrkung nicht, um sehr schön genannt zu werden. So erreichen
wir endlich den kleinen Obt Bitnje (auf der Generalstabskarte
mit dem  Namen Vitnach bezeichnet, nach dem man
hier vergebens fragen würde. Alle Ortschaften der Wochein wer⸗
den mit den krainerischen Namen genannt). Auch hier ist in der
Nähe eine nicht unbedeutende Grotie Nördlich von Bitnje
lenkt ein Weg von der Straße ab, welcher über den Rücken der
Rudenza nach dem Dörfchen Jereka führt. Dieser Ueber⸗
gang heißt Babna-gora (Alter- Weiberberg) und er wird be—
herrscht von der höher am Fels gelegenen Höhle, zu welcher man
nur mühsam kletternd gelangt. Sie besteht aus einer Vorhalle,
welche etwa Raum für 50 Persoren hat, und aus einer kleineren
Grotte. Man hat hier römische Münzen, Thongefäße u. s. w.
und auch Menschengebeine gefunden. Südlich von Bitnje ist auch
ein interessanter Punkt, nämlich ein 260 hoher Kalkhügel, auf
welchem man die Spuren eines römischen befestigten Eisen⸗
werkes entdeckt hat. Der Hügel führt noch im Volksmunde den
Namen Haidovski-Grädé (Heidensitz). — Wir wandern
von Veldes bis Bitnje wohl 3 starke Stunden. Der kolossale
Gebirgsriß, welchen wir durchschritten, mag an 2 Meilen Laͤnge
haben. Bei Bitnje erweitert sich dann die Schlucht zu dem
eigentlichen Wocheinere? hale, von etwa 14 Meile Ausdeh⸗
nung. Der rings von Hochgebirg umgebene Kessel schließt dann
mit dem Wocheinerfee.Das schöne Thal ist mit zahlreichen
Pfarrdörfern belebt (Feistritz, Deutsch-Gereuth, Feld,
Brod, Althammer und Mitterdorf). In Feistritz
(Bistrizza) wird man gern verweilen, wenn es die Zeit gestattet,
um die großartigen (Freiherrlich Zois'schen) Eisenwerke zu be—
sichtigen. Der Kompler dieser Werke scheidel sich in zwei Haupt⸗
abtheilungen, deren Lokale durch die mehrerwaͤhnten Kalkgebirgs⸗
plateaus Pokluka und Jelouza geschieden sind. Der nördliche Theil
besteht aus den Schmelz⸗ und Hammerwerken J auerburg und
            
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