347
Fuß, der auf Leitern überstiegen werden muß. Vor demselben
endet der bisherige Weg in einer jähen, noch nicht erforschten Ab—
senkung. Hat man den Fels überstiegen, so gelanat man durch
eine enge Pforte in eine Gallerie mit schönen Stalaktiten, dann
in eine Halle, und endlich in eine kleinere Grotte, an deren Boden
ein Bassin mit krystallhbell m Wasser. Von hier betritt man
wieder eine hohe Halle, dann durch eine enge Passage eine maje⸗
stätische Rotonde mit Saulen, welche beim Anschlagen wie
Glocken klingen; daun geht cs wieder in einige Nebenabtheilun—
gen. Für alle Fälle gebört diese Grotte zu den schönsten ibrer
Art, und ihr Besuch sollte von Keinem unterlassen werden, der
diese Gegend betritt, oder in Veldes weilt. Die Partie füllt einen
Nachmittag auf das interessanteste aus.)
Wir setzen nun, nach dieser Andeutung, unsern Weg in die
Wochein fort. Er fülhert durch eine wilde Fels chlucht, zum
Theil hoch über der herabbrausenden Savitza hin. Dieser Weg
und die ganze Wochein ift eigentlich ein tieser Riß in dem Kalf—
plateau des Pokluka- und Jelouza-Gebirges, welches aleichsam
eine Vorterrasse des Terglou bildet. Dieses Kalkplateau, theils
bewaldet, theis karstähnlich, mit Trichtern und Schluchten er—
hebt sich bis zu mehr als 4900* Höhe. Die Savitza (Wochei⸗
ner Save) hat dieses Plateau so ziemlich in der Mitte durch—
brochen und strömt durch den Riß, das Jelouza-Plateau
südöstlich, das Pokluka-Plateau nordwestlich lassend. —
Auf dem erstern finden sich nur Waͤlder, Alpenhütten und Eisen—
baut. Auf dem letzteren stehen aber auch einige Dörfer, z. B.
Goriusche (3006 Seehöhe), Koprinigg (3257 Seehöhe).
Das Pokluka-Plateau senkt sich in Nordost gegen Gö—
riach ab und ist dort von dem Rothweinergraben und der
Kerma durchschnitten und hat die nördlichste Absenkung gegen
das Thal der Wurzner-Save und nach Aßling. Auch auf
diesem Plateau wird Alpenwirthschaft und Eisenbau für die
Zois'schen Werke betrieben. — Der Weg durch diese wilde
Schlucht zwischen der Pokluka und Jelonza ist höchst malerisch.
Sein Reiz wird noch durch mehrere Kaslatellen erhöht, welche