Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Der Tourist auf der Südbahn von Wien bis Triest

337

 der  Ebene stellte sich seit undenklicher Zeit als
ein großes Moor, als ein Sumpf von beinahe 4 Quadrat—
Meilen dar (an 40,000 Joch), entzogen der Kultur, und ge—
sundheitsschädliche Miasmen entsendend. Schon unter der
Regierung der Kaiserin   dachte man an Be—
seitigung dieses Uebelsftandes. Der bekannte  
entwarf den Plan, und 1780 war mit einem Aufwande von
beinahe 200,000 fl. eine 1074 Klafter langer Entwässerungs—
kanal durch den Sumpf gezogen und an die Laibach geführt,
in welche er mit einer großartigen Schleuße mündet, welche
zugleich eine 38 Klafter lange Quadernbrücke von 11 Bogen
bildet, über welche die  führt. Die Kosten
dieses schönen und nützlichen Unternehmens trugen theils die
Kaiserin selbst, theils die Staͤnde und der patriotische Freiherr
von Zois. Indessen war dem Uebel dadurch doch nur theil⸗
weise abgeholfen. Bei Gelegenheit des Fürsten-Congresses hier
in Laibach, im Jahre 1821, ward die Aufmerksamkeit des
Kaisers Franz neuerdigs auf diesen Gegenstand gelenkt, und
auf seinen Befehl wurden nun umfassende Entsumpfungs-Ar⸗
beiten vorgenommen. Der Fluß erhielt eine Sohlenbreite von
160, die Wehren unter der Stadt wurden beseitigt, Durch—
stiche gemacht, das Flußbett um 5—6* vertieft und die
Sümpfe mit Abzugs?»räben durchschnitten. Jetzt ist der größte
Theil der einstigen Sümpfe in fruchtbares Ackerland verwan⸗
delt, wo das Joch, welches früher um 5 fl. leine Käufer
fand, gerne mit 60—150 fl. bezahlt wird. Wege sind ge—
bahnt und Ansiedlerhäuschen erheben sich auf der weiten ent—
sumpften Fläche. Zum Andenken der Dankbarkeit der Be⸗
wohner Laibach's für diese wohlthätigen Arbeiten ist an der
oben erwähnten Brücke des Gruber'schen Kanales ein Monumens
errichtet worden, welches in einem Obelisk aus Krainer Marmor
besteht, an welchem an den vier Seiten Inschriften mit dem
Ausdrucke des Dankes gegen den Monarchen und gegen die
Beförderer seiner wohlthätigen Absicht eingefügt sind. —
Nachdem ich nun die Wanderer mit Allem elannt gemacht
2
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.