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Full text : Der Tourist auf der Südbahn von Wien bis Triest

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den hier die Strafen bis zu 10 Jahren verbüßt. Straͤflinge,
deren Strafzeit länger als 10 Jahre bemessen ist, werden nach
 gebracht. Die Hauskapelle ist dem Patron des
Kastells, dem heiligen  geweiht. Man hat auch An—
lagen auf dem Berge errichtet. Die Aussicht ist, wie gesagt,
entzückend, besonders gegen Norden an die imposante Gruppe
der  mit dem riesigen Grintouz (8985
Seehöhe), und gegen West gegen die Wochein und den König
aller  Gebirge, den schneebedeckte Teralou (9639
Seehöhe). Aber auch im Südwest, Süd- und Südost öffnen
sich schöne landschaftliche Bilder über die Ebene, in welcher
die freundliche Stadt liegt, begränzt von einer grünen Ge—
birgskette, in welcher sich im Süden besonders der Krim—
berg mit 3516 Höhe bemerkbar macht. Er ist der Wetter⸗
anzeiger für die Laibacher, je nachdem er rein bleibt, oder
sich Nebel an seiner Kuppe bilden. Unter den übrigen Pro—
menaden ist die beliebteste die sogenannte Sternallee,
welche auch wirklich eine Zierde der Stadt ist. Sie läuft
laͤngs des Congreßplatzes dahin, welcher zum Anden—
ken an den im Jahre 1821 hier abgehaltenen Fürsten-Congreß
geschaffen ward. Hier steht auch das Casino. Die Stern⸗
allee ward 1822 angelegt. Ferner ist noch zu nennen die
Lattermann-Allee, welche 1815 angelegt wurde und
ihren Namen zur Erinnerung an den hochverehrten damaligen
Eivil- und Militär-Geuverneur Baron Lattermann erhielt.
Der Stadtwald, die Gaärten des Grafen Auersperg und Ba—
ron Zois sind auch viel besucht. Die Umgebungen Laibachs
sind sehr schön unb bieten eine Fülle von anziehenden Punk—
ten zu kleinen Erkursionen. So führt die Lattermann⸗-Allee
nach dem Schlosse Unterthurm, in neuerer Zeit auch Tii—
volhi geheißen. Es trägt den Namen Unter-Thurm von einem
einst oben im Walde gestandenen festen Thurm des Ritters
Apfalterer. Er ward von dem Bischofe Chroen 1621 erbaut,
im Jahre 1703 zu einem Lustschlosse der Jesuiten hergestellt
und ging dann in das Eigenthum der Stande über. Es ist
            
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