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Full text : Der Tourist auf der Südbahn von Wien bis Triest

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nels noch die Uebersetzung mehrerer Thalschluchten nöthig.
Man hat es vorgezogen, dieselben statt durch Viadukte, durch
Aufthürmung kolossaler Danmkörper zu bewerkstelligen. Sol⸗
cher Dammkörper finden sich sechs auf der Tunnelstrecke. Sie
etregen Staunen durch ihre enorme Höhe, denn diese Dämme
steigen bis zu 29-24 Klafter hoch empor. Diese Bauweise
bot, vermöge der Lokalverhältnisse, durch die leichte Gewinnung
des Materiales, ökonemische Vortheile vor dem Bau von
Viadukten.
Auf dieser Strecke ist dann auch besondere Aufmerksam⸗
keit auf die Beischaffung des nöthigen Wassers gerichtet gewesen.
In der Mitte der Tunnelstrecke, zwischen dem vierten und
fünften Tunel ward die Wasserstation Ober-Lesece errichtet,
welche auch für den Personen-Verkehr geöffnet ist. Man war
so glücklich, in der unmittelbar nach dem Stationsplatze sich
oͤffnenden Thalschlucht eine reichhaltige Wasserquelle aufzufin⸗
den. Sie entipringt in deppelten Armen, ward am Ursprunge
durch einen Damm gestaut und durch drei Filtrirkästen in ein
doppeltes Wasser-Reservoire geleitet, welches gegen 40,0900
Kubikfuß Wasser enthält. Von da wird das Wasser dann
millelst fünfzölliger Röhren über zwei Aquädukte zur Bahn,
und längs dieser, durch den 5. und 6. Tunnel der Tunnel⸗
strecke bis zum Stationsplatze Divazza, von dort durch vier⸗
zoͤllige Röhren über die Staͤtion Sessana bis Prosecco fortge—
führt. Jede der drei letztgenannten Stationen hat ein gewölb⸗
les Wafferreservoir von eirca 20,900 Kubikfuß Wasser⸗-In⸗
halt. Diese Wasserleitung hat nahe an 20,000 Klafter, also
* Meilen Länge. Eine Wasserleitung von solcher Länge ist
bisher in  noch nicht ansgeführt worden, und sie zählt
mit' Recht zu den Wundern der Karstbahn.
Wie berühren dann auf Fortsetzung der Fahrt die Sta⸗
tionspläͤze Divazza, Sessana, Prosecco und Nabre—
sima, letztere 1614. Meile von Laibach.
Außer massenhaften Felsensprengungen kommen auf dieser
            
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