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Full text : Der Tourist auf der Südbahn von Wien bis Triest

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und man ist fortwährend mit der Ausdehnung und Vervoll⸗
kommnung dieser Anlagen beschäftigt. In angemessenen Di—
stanzen sind an denselben Baͤnke, Tische und Ruheplätze ange—
bracht, wo man sich theils an den Ansichten des freundlichen
Thales erfreuen, theils durch das Einathmen der balsamischen
Harz-Exhalation der Nadelwälder stärken kann; unter die
ganz nahen Umgebungen des Badeortes gehört der schöne
Herrschaftssitz Schloß Neuhaus. WDie Herrschaft ist seit
1831 im Besitz Sr. Excellenz des Herrn Grafen Franz Anton
von Kolowrat-Liebsteinsky.) Franz Augustin, Freiherr von
Dienersberg erbante das Schloß im Jahre 1774 in neuem
 Style. An dasselbe schließt sich ein Garten,
welcher ohne Zweifel durch den gegenwärtigen Besitzer, dessen
hoher Sinn sich auf allen seinen Herrschaften der Hortikultur
mit so edler Vorliebe zuwendete, wesentlichen Verschönerungen
zugeführt werden wird. Außer dem Wege auf der Straße
führt auch einer der schönsten Pfade aus dem Badeorte über
die Waldanlagen auf den Bergrücken und dann längs dem—
selben fort zu den Ruinen der Schlangenburg, welche erst
seit 80 Jahren verodet steht und dem Verfalle preisgegeben
ist. Die Schlangenburg war lange der Sitz der Herrschaft.
Sie trug auch damals den Namen Neuhaus. Die gleichnami⸗
gen Ritker waren wahrscheinlich die Erbauer im 14. Jahr⸗
hundert. Die Familie starb erst 1742 aus, verlor aber die
Herrschaft schon im 17. Jahrhundert, wo wir die Herren von
Gaitschnigg als Eigenthümer finden, welche dann sich von
Schlangenburg nannten. Erst als Franz Augustin, Freiherr
von Dienersberg, das jetzige Neuschloß erbaute, gab er ihm
wieder den alten Herrschaftsnamen Reuhaus, und der Name
Schlangenburg blieb nur der alten, verlassenen Veste. Die
Ruine liegt sehr pittoresk und gewährt einen schönen Ueber—
blick des Neuhauser Thales. — Ein zweiter schattiger Weg führt
dahin, an der Pfarre Doberna vorüber. Die schöne Pfarr—
kirche ist des Besuches sehr würdig. Sie schimmert von einem
Hügel herab, der die Aussicht auf beide Thäler gestattet. Die
Sage, daß der ganze Thalboden einst ein See gewesen, wel—⸗
her erst zur Zeit Karl's des Großen seinen Ablauf durch
            
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