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Full text : Der Tourist auf der Südbahn von Wien bis Triest

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wie die eben erzaͤhlte, eine Masse von Deserteurs, Dieben,
Raäubern, und ähnlichen steckbrieflich verfolgten Individuen auf⸗
gefunden wurden, deren Zahl der Hälfte der eingesessenen
Bevölkerung gleich kommt, welche mit diesen, ihnen als noto—
rische Verbrecher bekannten Leuten in gutem Einvernehmen
lebte, unter solchen Umstaͤnden dem einzelnen, arglosen Tou—
risten anzurathen ist, mit einiger Vorsicht diese Gegend
zu betreten, scheint, mir Pflicht. Die jetzt erhaltene Lektion
vird allerdings Früchte tragen. Die Epuration der Gegend
von dem seine Winkel belebenden Gesindel scheint vollständig
gewesen zu sein, und einer Erneuerung des frühern Asylrechtes
wird die Regierung entgegen zu treten wissen. Demungeachtet
dürfte es gerathen sein (zumal wenn man der wendischen
Sprache nicht kundig ist), nicht einzeln, sondern in Ge—
fellschaft und nicht ganz unbewaffnet, die stundenlangen Oeden
der Gebirgsschluchten, welche ich hier schildern werde, zu be—⸗
treten, daͤ es doch möglich waͤre, auf diesen Wanderungen
noch auf einen oder den andern versprengten Schützling der
Sulzbacher zu stoßen.
Wir treten also die Wanderung an, die Richtung nach
Westen einschlagend, der Poststraße nach Laibach folgend, dem
dauf der San entgegen, bis zu deren Ursprung wir den Aus⸗
flug fortsetzen. Das schöne Santhal, welches wir durchwan⸗
deln, giebt uns reichen Stoff zur Augenweide. Auf dem Wege
von Cilly nach Sachsenfeld grüßt uns zuerst freundlich zur
Linken die schoͤne Wallfahrtskirche Maria Pletrovic (wendisch:
Pletrushze, d. i. Maria am Zaune). Ihre Neugestalt em⸗
pfing diese Kirche unter dem Besitze der Freiherren von Miglio
sin 47. Jahrhundert, welche auch dort ihre Familiengruft stif⸗
teten. Doch stand hier bereits vor 1000 Jahren eine Marien⸗
kirche, erbaut von dem Heiden Privina (als Christ später
Bruno genannt), welcher mächtige Slavenfürst hier waltete.
Auch die jetzige Kirche ist sehenswerth. Grabdenkmale der
Miglios. Die Marienstatue. Im Jahre 1846 ward der
Dr“ Maria-⸗Pletrovic ein Raub der Flammen, aber Kirche
und Pfarrhof wurden erhalten. Etwas weiter vorwärts kom⸗
men wir an der Allee voruber, welche zu dem stattlichen Schlosse
            
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