Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Der Tourist auf der Südbahn von Wien bis Triest

268

Berggebildd  empor. Weithin in das Land
schimmert von der Höhe das Kirchlein  
(wendisch:   Die  der Gosnik
und die Konjsinca gewähren einen ernsten Anblick. Von
Pisarje an hebt sich die Bahn, man kommt zum Recic—
bache, der von der Konjsinca herabeilend, der  zustroömt.
So erreichen wir den ersten Statiousplatz Tüffer, im An—
gesichte des gleichnamigen Marktes von weit über 100 Hän—
sern, mit über 600 Einwohnern, seit dem grosßeen Brande im
Jahre 1840 stattlich wieder erstanden. — Daß hier eine be⸗
deutende römische Kolonie stand, ist außer Zweifel. Nicht
minder wie in Cilly werden auf diesem Boden noch häufig Röoͤ—⸗—
merdenkmale gefunden. Auch der wendische Name des Markts
Lahsko, Ort der Lateiner, deutet darauf hin, daß die
eingewanderten Slaven hier einen römischen Ort fanden. Im
Mittelalter finden wir das Edelgeschlecht der Herrn von Tüf—
fer hier. Erzherzog Carl II. ervob den Ort zum Markte.
Das alte Schloß der Herren von Tüffer steht als Ruine auf
felsigem Vorsprung des Homberges. Noch trotzt dem Ver—
fall eine runde Warte, und ein anderer viereckiger Thurm.
Der innere Schloßraum bildet jetzt eine Wiese. Die Burg
steht verödet seit 1875, wo das neue Schloß, welches recht
stattlich hersieht, erbaut ward. Es ist Eigenthum der Grafen
Vetter von Lilien, aber in Pacht gegeben. Daneben der gute
Gasthof zum Stern. Schöne Pfarrkirche zu St. Martin, ein
altdeutscher Bau. An der Kaplanei der Grabstein des edlen
Valvasor, des biedern Verfassers des Werkes „Ehre des Her⸗
zogthums Krain.“ Stattlicher Pfarrhof. Hier soll der
Templerhof gewesen sein, und man zeigt noch den Kapitelsaal.
Daß der Kopf ober dem Weihbrunnkessel der Martinskirche
ein Baphomet, ist gewiß. Bemerkenswerth die große Braue—
rei des Herrn Uhlich, die ihren Porter bis Alexandrien und
Calcutta versendet. Schönes Kaffeehaus. Hie und da inter—⸗
essante Römersteine, z. B. das herrliche Basrelief neben dem
Valvasor-Stein, ein schöner Bacchuskopf am Hause des Kauf—
manns Orosen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.