Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Der Tourist auf der Südbahn von Wien bis Triest

262

Schutz suchte und fand. Dies entschied die Benennung des
künftigen Klosters, es sollte Seiz heißen  heißt der
Hase Seiz). Die Mönche waren sauch bald erforscht, es wa⸗
ren die frommen Brüder der Chartreuse bei Grenoble in
 Auf. Ansuchen des Markgrafen entsendete man
von dort einige Mitglieder des Ordens, welche im Jahre 1163
das neue Kloster, die erste Karthause in Deutfchland, bezogen.
Dem einsamen Waldthale, in welchem sie gelegen, gab der
fromme Gründer, der Vision gedenkend, den Namen des Jo—
hannesthales. Die Karthause bestand bis 1782, wo Kaiser
Joseph II. sie aufhob. Jetzt ist sie vollstaͤndig Ruine. Der
Anblick derselben, in der öden Stille des Thales, gewährt
einen ergreifenden Anblick. Mit wahrem Vandalismus gab
man dieses ehrwürdige Denkmal der Vorzeit der Zerstoͤrung
preis. So waren z. B. die Bewoͤhner von Gonowitz nach
dem Brande von 1786 angewiesen, die Bausteine von der
Karthause zu nehmen, und so ward denn nach Herzenslust
demolirt. Nur einige der neuern Zubauten sind noch bewohn⸗
bar. Kirche und Thurm sind dem Einsturz nahe. Am Pla⸗
fond verbleichende Fresken, Trümmer der Chorstühle der Brü—
der, zerbrochene Saäulen, geborstene Fenster, das alte Refecto⸗
rium, die Conventsküche, die Apotheke, alles ein wirres Chaos,
Haufen zerfallenen Gesteins. Der froͤmme Stifter, Markgraf
Ottokar V., seine edle Gattin Johanna und sein Sohn, der
letzte Traungauer, Ottokar VI, hatten ihre Ruhestätte hier
gefunden. Auch diese heilige Stätte war der Profanation
nicht entgangen. Kaiser Franz J. befahl endlich die Ueber—
tragung der sterblichen Reste dieser Fürsten aus dieser Stätte
der Zerstörung in das Stift Rein bei Grätz, wohin sie 1827
gebracht wurden. In einer Seitenkapelle in Seiz gaͤhnt noch
das aufgerissene Gruftgewoͤlbe. Diese mächtige, uͤberall von
üppig wucherndem Epheu umrankte Ruine, gewährt ein groß⸗
artiges, malerisches aber tiefernstes melancholisches Bild. In
neuester Zeit ist ihr indessen ein Schützer erstanden, welcher
wenigstens erhalten wird, was noch zu erhalten ist. Se.
Durchlaucht Fürst Windischgrätz hat diese ehrwürdige Stätte
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.