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Full text : Der Tourist auf der Südbahn von Wien bis Triest

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disch-Feistritz ist indessen nur wenig Sehenswerthes, ausge—
nommen ein paar ausgezeichnete Altaͤrblätter in der dortigen
Pfarrkirche. Das eine ist das schönste Bild des K remser⸗
Schmidt, welches ich kenne (die Verklärung des heiligen
Bartholomäus), ein Gescheuk des verewigten Landhauptmaͤns
Grafen Ferdinand Attems; das zweite am Seitemtae rechts
ein Heiliger Sebastian, zwar nur die Copie eines Originales,
welches ich im Palazzo Lampieéri in Bologna sah, aber eine
Meister-Copie. — An der Außenseite der“ Kirche einige an⸗
ziehende mittelalterliche Kunstwerke. Das gräflich Attemsche
Schloß, Burg-Feistritz, feit 1683 der Familie gehörig,
gewaͤhrt einen großartigen Anblick. Windisch-Feistriß,
wendisch: Wisterza-⸗Nusta, ist ein Städtchen von ᷣtwan46
Häusern mit etwas uͤber 1000 Einwohnern. Von hier nach
Gonowitz (auf der großen Poststraße von Graͤtz nach Triest),
15/3 Post. welche maͤn in3 Stunden fährt. Gonowitz,
wendisch Koinice, Markt mit mehr als 100 Häusern und
an 700 Einwohnern. Malerische Burg. Eigenthum Sr.
Durchlaucht des Fürsten von Windischgrätz. Hier wächst
einer der edelsten Rothweinc des Landes, der kräftige Gono—
witzer (auch Binarier genannt). Die Hügel, welche diese Re⸗
ben tragen, ziehen sih nördlich bis an die Vorgebirge des
Bachers hin. Südlich thront die Burgruine. Hinter derselben
dehnt sich ein Bergrücken (Gora) hin', über dessen Einsatt⸗
lung ein Steig in die einfame Schlucht senkt, wo wir dann
bald an der einstigen Karthause Seiz stehen. In dieser
Wildniß jagte einst im Jahre 1136 Markgraf Ottokar V. von
Steyer; verirrt, von seinem Gefolge getrennt, sank er von
Müdigkeit übermannt, in tiefen Schlaf, und im Traumgesicht
erschien ihm Johann der Täufer, den er hoch verehrte, und
bei seiner Fahrt nach Palästina zum Schutzpatron gewaͤhlt.
Johannes trug ein weites, weißes Gewand, und forderte ihn
auf, den Mönchen, welche ein solches Gewand trügen, hier ein
Kloster zu bauen. Der Markgraf wollte eben fragen, was
dies für Mönche waͤren und wie er das Kloster nenen sollte,
als ihn Hoͤrnerklang und Hundegebell weckte und als er er⸗
wachte, ein von den Jaͤgern verfolgter Hase in seinem Schooße
            
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