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Full text : Der Tourist auf der Südbahn von Wien bis Triest

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Kirche, an der Ostseite, zwei alte Kapellen, mit steinernen
Beichtstühlen, die eine mit der Bildfaͤule des Heilands am
Kreuze, die andere mit der des Erzengels  geschmückt.
Der Glockenthurm ward in der gegenwaͤrtigen Gestalt 1804
hergestellt. Der Pfarrhof ist 17947 erbant. Er ist das
schönste Gebäude des Dorfes. Es ist hier ein recht nettes
Gasthaus, an welchem man gewöhnlich auf der Fahrt von
 nach  anhält, weil hier so ziemlich die
Mittelstation des Weges ist.  ist auch der
freundliche, recht lieblich von Thränenweiden beschattete, 1821
errichtete Brunnen. Der Kirche gegenüber beginnt der ge—
pflasterte Weg auf den  und zu der, auf dem
Gipfel des Berges thronenden Rochuskapelle. Die Sta—
tionsgebäude sind sämmtlich von Stein, mit recht wackern Fres⸗
ken, und im Innern mit meist sehr gut gearbeiteten Holzgebilden
der Passion geziert. Sie entstaͤnden zwischen 1748 1788.
Die Gruppe des Heilands am Kreuze zwischen den beiden
Schaͤchern ist die Meisterarbeit eines leider unbekannten Künst⸗
lers. Die Figuren sind aus Holz geschnitzt und bemalt. Der
Heiland ist ein wahrhaftes Meisterwer Zur Rechten führt eine
verschlossene Treppe, die sogenannte Scasa vaneta. Auf den
weißen Marmorstufen derselben sind die Kreuzpartikel und die
Reliquien der Heiligen unter blechernen Kapseln eingefügt,
daher sie von den frommen Pilgern nur kniend überschritten
wird. — Der Hauptaltar der Kupelle 1747 erbaut, hat ein
meisterhaftes Altarblatt, augenscheinlich von venetianischer
Schule, höchst wahrscheinlich von Pahna vecchio Wachtl
hat es in neuerer Zeit mit der loͤblichsten Rücksicht retouchirt.
Auch das Bild am Seitenaltar, die Kreuzerfindung, ist ein
tüchtiges Bild. Nur wenige Schritte noch und man hat den
Gipfel erreicht, welcher 1930 (11709 Seehöhe hat, also un—
gefähr 600 (360) uͤber den Thalboden erhaben ist. Trotz
dieser geringen Höhe bietet er eine entzückende Aussicht. Die
Rochuskirche ward zuerst ex voto der Bewohner von Marein
wegen der damals wüthenden Pestseuche 1643 als Holzkapelle
erbaut. Schon 1646 entstand daraus eine gemauerte Kapelle,
und endlich in den Jahren 1729 und 1738 erhielt sie durch
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