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Full text : Der Tourist auf der Südbahn von Wien bis Triest

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Karte oder auf dem Zimmer speisen. Die Bedienung im
Kaffeehause ist gut, aber der auf dem Zimmer servirt wer—⸗
dende Kaffee ist besser. Das Thal ist ziemlich arn an Süß—
wasser. Diesem Mangel ist abgeholfen durch zwei in Guß⸗
eisenroͤhren laufende Wasserleitungen, deren erste 1819, die
andere 1834 angelegt wurde. Es befindet sich hier eine gut
dotirte Apotheke. Im Rohitscher Badeleben herrscht viele
Regsamkeit und heiterer Ton. Im Naffeehause liegt eine
namhafte Anzahl von Journalen auf. Im Conversationssaale
 finden wöchentlich Reunionen, und in dem wahrhaft
prachtvollen Ferdinands-Saale staͤndische Baͤlle statt. Eine
wohlbesetzte Musikkapelle spielt des Morgens vor dem Brun—
nentempel und Abends vor der Terrasse des Ferdinandssaales.
Sowohl die nächste als die fernere Umgebung des Curortes
bietet Gelegenheit zu mannichfachen interessanten Spazier—
gängen und Ausflügen, welche uuten näher bezeichnet wer—
* Die eigentliche Bade-Saison ist vom Mai bis in den
August.
gu gehe nun zur Anzeige der Bestandtheile der Colonie
über. — Man könnte dieselbe in Alt- und Neu⸗Rohitsch thei⸗
len. Die ältern Gebände stehen rings um den bereits oben
geschilderten Tempelbrunnen, welcher sich in Mitte eines
geräumigen, mit Baumgruppen und Blumenpartien geschmück—
ten Platzes erhebt. Der Raum vom Tempelbrunnen bis zu
dem gegenüber liegenden Conversationssalon dient zur Wan—
delbahn. Der Conversationssalon ward 1813 erbaut, nach⸗
dem bereits früher (1810) das alte Badehaus erstanden war.
Mehrere Wohngebäude erhoben sich in den Jahren 1814
1819 1822. Die Kapelle ward 1820 vollendet. Sie ist
ausgezeichnet schön. Die architectonische Malerei von Glei—
chenberger. Das Altarblatt, die heilige Familie, ist das
schoͤnste Gemaͤlde Weißkirchers unter den mir bekannten
Werken dieses wackern steyermärk'schen Künstlers. Es ist ein
Geschenk des verewigten Herrn Landeshauptmanns Grafen
Ferdinand Attems. Rückwaͤrts des alten Conversationssalons
beginnt das eigentliche Neu-Rohitsch, eine Reihe von ausge⸗
            
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