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Full text : Der Tourist auf der Südbahn von Wien bis Triest

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Umschrift   Sauerbrunnen bei Rohitsch, eingepreßt.
Mit der Trinkkur ist hier auch die Badekus verbunden.
Durch die Erhitzung mit glühenden Eifenkolben wird die to⸗
nisch belebende Kraft diefer Bäder bedeutend erhöht. Auch
werden Bäder mit Zusätzen von Schwefelleber, Kräutern ꝛc.
bereitet, so wie der verewigte Dr. Froͤlich auch Schlammbäder
mit gutem Erfolge anwendete. Tropfbäder sind ebenfalls in
Anwendung. Die hiesigen Quellen' haben ihre Heilkraft ge—
gen Krankheiten der Genitalienspaͤhre mit dem Character der
Atonie, insbesondere gegen Neigung zu passiven Metror—
rhagien, oder zu Fehl- und Frühgeburten, gegen Schwäche⸗
zustand nach überstandenem Typhus, gegen Verdauungsschwäche,
Skorbut, Bleichfucht, Gelbsucht, Schwarzsucht, gegen skro⸗
phulöse und Milzleiden, chronische Gicht u. s. w. bewaͤhrt.
Contraindicationen des hiesigen Kurgebrauchs sind: Allgemeine
Vollblütigkeit, die meisten organischen Herzkrankheiten, und
jene der großen Gefaͤße, krebsartige Entartungen, u. s. w.—
Für Unterkunft und Bewirthung der Badegäste ist entsprechend
gesorgt. Die Aufsicht und Leitung des Etablissements unter—
steht dem hiesigen Rentamte, welches aus dem Inspector und
Brunnenarzte, gegenwärtig (seit 1836) der Herrskaf. Rath
Dr. Joseph Soͤck, dem Controleur, und Rentschreiber
besteht, und welchem das nöthige Dienstpersonal untergeordnet
ist. Jeder Gast, der länger als3 Tage hier weilt, hat die
Kurtare von 2fl. C.-M zu entrichten. Die Frequenz ist
bedeutend. Es finden sich in der Regel alljährlich über dritte—
halb Tausend Curgäste ein. Im Jahre 1836 zaͤhlte man
deren 2627. Als ich, zum Behufe der Verfassung dieses
Buches, im Herbste 1881die Reise auf der Bahn von Wien
bis Triest machte, um durch Autopsie meine Daten über den
gegenwärtigen Zustand der geschilderten Gegenden zu ergän⸗
zen, war die Liste der heurigen Badegäste in Rohitsch noch
nicht geschlossen, doch war sie, trotz des so höͤchst ungünstigen
Sommiers, wieder sehr zahlreich. Zur Aufnahme der Gaͤste
finden sich in 13 Wohngebäuden über 300 Zimmer. In den
zwei Traiteurien kann man Table d'höte speisen (zu 38 und
zu 45 kr. C.⸗M., und zwar bei der ersten eine Stunde frü—
            
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