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Full text : Der Tourist auf der Südbahn von Wien bis Triest

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 wird ein ganzes Musenm hier gefundener roͤmischer
Alterthümer bewahrt. — Im Mittelaͤlter dar hier der Schau⸗
platz des Kampfes Siegmunds von Weichselburg, in welchem
er 1529 die Türken schlug. Der Besuch des Schlosses Seckau
ist höchst lohnend. Gleich außerhalb des Marktes dreht sich
linkts der Weg nach einem hetrlichen Hain majestätischer
Bäume, denen vielleicht die wendische Benennung von Leibnitz
entstammt (Lipniza, Lindenstadt). Hier ist die Schießstaͤtte
von Leibnitz. Man überschreitet die Sulm, wendet sich
abermals sinks, und steigt dann durch schönen Wald, aber
etwas steil, bergan. So gelangt man an das Doͤrfchen
Frauenberg, um die gleichnamige Kirche gelagert. Au der
Kirchhofsmauer zwei Roͤmersteine und zwei mittelalterliche
Skulpturen, eine Kreuzigung und eine Abnahme vom Kreuz.
Diese beiden höchst interessanten Sculpturen entstammen dem
12ten, oder höchstens dem 13ten Jahrhundert. Die Kirche
selbst, 1766 vergrößert und restaurirt, ist schoͤn, Fresken am
Plafond von Sattler. Zwei ausgezeichnete Altarblätter 1779
und 1782 von Jandl gemalt, Aung und Maria und der ster⸗
bende heilige Sebastian. Von dieser Kirche stcigen wir noch
n/3 Stündchen bergan, zu dem Schlosse Seckan; es ist ur—
alt. Urkunden des 13ten Jahrhunderts erwaͤhnen' bereits des
„alten Thurms“ ob Leibniß. Als Erzbischof Eberhard von
 im Jahre 1219 das Bisthum Seckau stiftete,
schenkte er demselben auch dieses Schloß. Schon Kaiser Frie—
drich Barbarossa erhob die Bischöfe in den Reichsfürstenstand.
Das Schloßgebäude, an welchem vielfach zugebaut und restau—
rirt ward, ist eine Zusammenstellung der verschiedenartigsten
Bauformen. Bemerkenswerth war früher der kolossale alte
Thurm,“ von ungeheuern Quadern, mit zahllosen, als Bau—
steine eingefügten römischen Grabsteinen, Votivtafeln, Altar—
bruchstücken ünd Denksteinen der X. und RXII Legion. Die
Bauform des Thurmes verraͤth sein hohes Alter. Er ent—
stammt wahrscheinlich noch der Zeit Karls des Großen. Da
er 1814 schon den Einsturz drohte, begann man ihn abzu—⸗
tragen. Im Hofe selbst ist noch eine große Anzahl von Roͤ⸗
mersteinen aufgestellt; die wichtigsten, welche man fand, wur⸗
            
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