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Full text : Der Tourist auf der Südbahn von Wien bis Triest

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von dem Gut und Schloß der alten Herren und Freiherren
von  1627 ausgestorben. Wir passiren nun abermals
zwei Tunnels, nämlich den Kerschbacher-Tunnel 1270
lang und den Tunnel am Kreuzberge, mit 970 Länge,
und gelangen dann an die Station  durch beson—
ders malerische Umgebung ausgezeichnet. Majestätisch erhebt
sich im Süden ganz nächst dem Bahnhofe, der schön bewal⸗
dete, 3096“ hohe Wotsch, zu seinen Füßen das pittoreske
Dörfchen Pöltschach. Auch die Fortsetzung des Thales bis
zu dem Tunnel von Lipoglawa, welcher 1280 lang ist,
gewaͤhrt einen steten Wechsel höchst freundlicher Landschafts—
bilder. Besonders malerisch ist die Einbuchtung des Thales
bei Plankenstein, wo die Bahn über einen Viadukt führt,
die ernste Burgruine Plankenstein im Angesicht. Diese Veste,
(slavisch Sbello) entstammt dem 13. Jahrhundert, war Stamm⸗
haus der gleichnamigen Ritter, welche im 153. Jahrhundert
ausstarben. Burg und Herrschaft gehört jetzt den Grafen
Thurn. Wir haben nun die Station Ponigl erreicht. Die
Strecke von diesem Stationsplatze bis zu dem nächsten, St.
Georgen, ist weniger durch großartige Objekte, als durch
die schöne Terrain-Gewinnung bemerkenswerth. Eine kleine
Strecke ober der Pfarrkirche St. Veit mündet die Bahn in
das Vogleinathal an, die Rohitscherstraße und auf einer
Steinbruͤcke den Vogleinabach übersetzend. Dann zieht sie
auf einer Daämmung von 4 — 6“ Höhe durch die Thallänge
gegen Reicheneck, einer schͤnen, am Waldsaume sich erhe⸗
benden Burgruine. Die Veste ward von den Reicheneckern im
13. Jahrhundert erbaut. Nach dem Aussterben des Stam⸗
mes (1480) kam die Veste an die Grafen von Cilly, dann an
wechselnde Besitzer. Die Kirche zu St. Luhatz zur Rechten,
Trattna und Urban zur Linken, zieht die Bahn über mehrere
Brücken zu dem Stationsplatze St. Georgen. Der Markt,
von welchem die Station den Namen trägt, liegt im Norden
naͤchst der Bahn, und zählt gegen 60 Häuser mit etwas mehr
als 300 Einwohnern. Freundlich überragt die St. Rosalia—
kirche das Thal. Von St. Georgen ab setzt die Bahn mehr⸗
mals über die Vogleina. Auch andere Brücken machte der
            
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