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Full text : Der Tourist auf der Südbahn von Wien bis Triest

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stand, ließ   ein Denkmal errichten, welches aber
1820 vom Blitz zerschmettert ward. Wahrscheinlich bestand
hier auch eine Römerkolonie. Wenigstens ist gewiß, daß
Kaiser  den Weinbau auf den hiesigen Hügeln ein—
ührte.
s Wir setzen nun die Fahrt auf der Eisenbahn sort. Wir
übersetzen die  auf der großartigen Eisenbahnbrücke,
einem der schönsten Bauwerke der Monarchie. Sie ruht,
rotz der Breite des Stromes, (über 600) außer den beiden
Landpfeilern, nur auf zwei Strompfeilern, sämmtlich aus
Quadern erbaut. Der Abstand der Strompfeiler (lichte Weite
der Spannung) mißt 30 Klafter. Darüber ist das kunstvolle
Gefüge der  Construction   ge⸗
worfen, und über demselben zieht die Bahn. Sie erhebt
sich 100 Fuß über den mittlern Wasserstand, wornach unter
Abzug der Holzconstruction 82 Fuß Pfeilerhöhe erübrigt.
An Länge mißt die Brücke 110 Klafter. Diese prachtvolle
Brücke hat ihre riesenmäßige Festigkeit auch in der beispiel⸗
losen Hochfluth im November 1831 bewiesen. Sie allein
trotzte den wüthenden Wogen jener verderblichen Ueber⸗
schremmung.
Die Fortsetzung der Fahrt auf der Bahn gewaͤhrt freund⸗
liche Ausblicke rechts, (westlich) an den Bacher, die Schlös—
fer Windenau, Haus am Bacher und Kötsch, links,
(östlich) an eine schöne Hügelkette, mit dem Kirchlein St.
Barbara, und der majestätischen Veste Wurmberg, weit—
hin schimmernd durch die Fläche des Pettauerfeldes. Im
tiefsften Süden, in blauer Ferne, der Wotsch, und der Do⸗
natiberg bei Rohitsch. Die nächste Station, welche wir
erreichen, ist Kranichsfeld; sie traͤgt den Namen von dem
nahen Schlosse Kranichsfeld, einst Eigenthum der Grafen
Tättenbach, historisch merkwürdig, weil 1670 bei der Magna⸗
tenverschwörung gegen Kaiser Leopold J. die Hauptverschwornen,
Grafen Zriny, Nadasd, Frangepan und Tättenbach hier ihre
Zusammenkünfte hielten. — Tättenbach, damals Statthalter
in Steyermark, ward im Dezember 1671 in Gratz enthauptet.
Hierauf folgt die Station Pragerhof, den Namen führend
            
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