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Full text : Der Tourist auf der Südbahn von Wien bis Triest

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weißem Gestein. Die Durchfahrt währt mehre Minuten, und
es werden deshalb vor derselben die Laternen in den Wag⸗
gons angezündet. Der Tunnel läuft an der Südseite (gegen
 zwischen den, mit freundlichen Wohngebaäuden ge—
schmückten Weingärten der Herren Altmann und Wuth zu
Tage aus, wonach sich der Schienenweg durch einen langen
Einschnitt zwischen den Koschaber-, Zweininger-, Salzberger
und Palschgauer Weinbergen zu dem schönen 
Bahnhofe hinzieht. — Bei seiner hohen Lage am linken
Ufer der Drau beherrscht er Stadt und Umgebung. — Das
schöne, weite Thal, von der Drau durchwogt, die hier schon
ein ansehnlicher Strom ist, von heitern Weinbergen umgraͤnzt,
gewährt einen höchst lieblichen Anblick. Im Südwesten er—
hebt sich das dunkelbewaldete mächtige Bachergebirge, über
14000“ hoch emporsteigend. Die Stadt selbst gewaͤhrt ein
freundliches Bild, erhöht durch den Glanz des schimmernden
Stroms, durch den Kranz von niederen und höhern Reben⸗
hügeln, welche sie im weiten Halbkreise umgeben, die Pikerer-,
Lembacher-, Luttenberger- und übrigen Höhen, mehr oder min—
der mit den edelsten Trauben bepflanzt, mit den freundlichen
Villen der Bürger, Besitzer dieser Weinberge, geschmückt. Die
Durchwanderung dieses ausgebreiteten Reiches des bekränzten
Dionysos, von den Sausaler-Weingebirgen herab und bis
wieder hinan nach Radkersburg und den „Wendischen
Büheln“ ist höchst interessant. Einen eigenen pittoresken
Reiz erhält die Gegend auch durch die nach Wendischer Sitte
auf den Höhen erbauten Kirchlein und Wallfahrtsorte. Fast
ringsum schimmern solche Gotteshäuser von den grünen Hö⸗—
hen herab. Wir befinden uns hier schon in dem Gebiete des
Landes, in welchem der Wende siedelt. Tracht, Sitte und
Sprache ist gänzlich verändert gegen das Oberland. Nur in
Städten oder Märkten erklingt uns fortan bis nach Triest
der verwandte  Laut. Im flachen Lande hauset der
Slave. Der Platschberg, zwischen Ehrenhausen und 
ist die Gränzscheide beider Stämme. —  ist eine
ungemein freundliche Stadt, nach Graͤtz die volkreichste des
Landes. Sie zählt an 800 Häuser mit gegen 3000 Ein—
            
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